Profi mit Ideen Alpakawolle von der Weide

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Madeleine Fortmann mit einem Alpakafohlen © Schlaghecken Bild vergrößern
Madeleine Fortmann mit vielversprechendem Nachwuchs ihrer Alpakazucht. 20 Tiere hält die Agrarstudentin auf dem Hof ihrer Familie.
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Madeleine Fortmann liebt glänzendes Feines, gemessen in tausendstel Millimeter. So wie Alpakawolle. Und sie liebt ihre Alpakas, die ihr die Wolle liefern, die sie vermarktet.

Oldeburg Alpakas der Rasse Huacaya leben in Ganderkesee nördlich von Bremen. Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Fortmann haben etwa 80 Tiere aus der neuen Welt Heimat gefunden. Tochter Madeleine Fortmann verlor schon mit 15 ihr Herz, als ihr Vater 2005 die ersten Alpakas anstelle der Milchkühe anschaffte. Diese Liebe hält, oder besser wächst, immer weiter. Heute gehören der Studentin der Agrarwissenschaften 20, ihren Eltern noch 35 Alpakas. 15 sind Gasttiere einer Halterin aus Hamburg und 10 Stuten sind momentan zum Decken auf dem 60-ha-Betrieb. In der OLD-Zucht (Oldenburg Alpaka) setzt Madeleine Fortmann umgängliche Stuten und Hengste aus möglichst gut durchgezüchteten und vererbungssicheren Stämmen ein. Dabei zählen auch Eigenschaften für die Faserverarbeitung und als Freizeittier. Ihr Zuchtziel umreißt sie klar mit: feines Haar, besser als Kaschmir und Glanz wie Seide.

Produkte aus Alpakawolle

Die Tiere werden einmal im Jahr, zwischen April und Mitte Juni, geschoren. Die Art zu scheren, hängt von der Verwendung ab. „Als Züchter scheren wir von ausgesuchten Zuchttieren sogenannte Showvliese.“ Das heißt, in einem Stück geschoren, damit die Richter gezielt den Körper bewerten können. In die Bewertung gehen Wolle und Tier je zur Hälfte ein. Eine Faserprobe wird zu den Punkten Krümmung, Elastizität, Art der Wellung unter die Lupe genommen. Die andere Wolle verarbeitet Madeleine Fortmann zu Bettdecken und Garn. Die mitarbeitende Spinnerei in Dänemark besteht auf einer Mindestmenge von 10 kg einer Farbe. 22 unterschiedliche Farben kann Alpakawolle haben, in mehr als 60 Schattierungen. Das reicht von schneeweiß, Champagner, Schokolade bis schwarz. Seltenheitswert hat graue Wolle. Freiberufliche Handstrickerinnen verarbeiten das Garn zu Mützen, Handschuhen, Stulpen. „Also alles ohne Größen. Sachen, die größenabhängig sind wie Socken und Pullover, kaufe ich Fairtrade von Familien zu, die Verbindungen zu Verarbeitern in Chile oder Peru haben,“ Nicht so bekannt ist das Produkt Alpakaseife. Die Produkte werden vorzugsweise im Hofladen vermarktet.

 

Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin August 2017 erschienen.

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Bildergalerie: Alpakawolle von der Weide
  • Vom Wollknäuel über Mützen, Schals, Handschuhen bis hin zum Steiftier: hier ist nur ein kleiner Ausschnitt der Waren, die aus Alpakawolle gefertigt werden können.

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  • Die Erfolge bei Vliesschauen werden für jedes Tier penibel dokumentiert. Damit wird der Zuchterfolg dokumentiert. Der Kunde spürt ihn durch die Qualität der Wolle.

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  • Krümmung, Elastitzität und Art der Wellung sind Qualitätsmerkmale der Alpakawolle.

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  • Madeleine Fortmann entdeckte schon im Alter von 15 Jahren ihre Liebe zu den Alpakas auf dem Hof ihres Vaters.

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