Milchvermarktung Bayern MeG sorgt für mehr Wettbewerb um Rohmilch

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Die Bayern MeG sieht nach dem Kartellamtsbericht zu Milchlieferbeziehungen ihr Geschäftmodell bestätigt.

Herbert Maier © Josef Koch/dlz Bild vergrößern
Herbert Maier, 1. Vorsitzender der Bayern MeG, lässt nicht locker, Er fordert die Milchwirtschaft auf, sich endlich zu einer Branchenorganisation zusammenzufinden.

Die im Sachstandsbericht des Bundeskartellamtes abgeleitete Empfehlung von kürzeren Kündigungsfristen bzw. Vertragslaufzeiten entspreche grundsätzlich dem Geschäftsmodell der Bayern MeG. Nicht zuletzt würden die Molkereien mit dem Lebensmittelhandel auch kurzfristigere Verträge schließen. In Regionen mit geringer Molkereidichte würden aber Milcherzeugervertreter zu längeren Vertragslaufzeiten tendieren, um Vermarktungsrisiken zu minimieren.

Die Tatsache, dass im vergangenen Jahr rund 320 Mio. kg (und damit nahezu 10 %) der in der Bayern MeG gebündelten Milch den Abnehmer gewechselt hätten, zeige, dass die Bayern MeG nach Kräften den Wettbewerb befördere.

Der aktuelle Sachstandbericht des Bundeskartellamts zu den Rohmilchlieferbeziehungen nenne die Probleme des Milchmarktes mit Namen und stoße eine Diskussion über ein Verbessern des Wettbewerbs um die Milch an, heißt es in einer Pressemitteilung der Dachorganisation von Milcherzeugergemeinschaften. Da ein funktionierender Wettbewerb Voraussetzung einer funktionierenden Marktwirtschaft ist, begrüßt die Bayern MeG diese Diskussion und wird sich in den bevorstehenden Beratungen aktiv einbringen.
 

Milchpreise müssen vor Lieferung klar sein

Ein ganz besonderes Anliegen der Bayern MeG, nämlich das Festlegen des Milchpreises vor Erzeugung bzw. Lieferung - idealerweise in Form von Festpreisen - werde im Sachstandbericht ausdrücklich genannt. Dies sei für die gesamte Milchwirtschaft unabdingbare Voraussetzung, um am Milchmarkt marktwirtschaftlich rationales Handeln zu fördern, so die Bayern MeG.

Dass der Schritt vom geregelten Markt mit Milchquoten, Preis- und Absatzgarantieren hin zum vollkommen freien Markt Schmerzen bereiten werde, sei nachvollziehbar.
 

Branchenorganisation muss vor nächster Krise stehen

Wenig nachvollziehbar sei jedoch die Tatsache, dass es die Milchwirtschaft bislang noch nicht geschafft habe, sich in einer kartellrechtlich zulässigen Branchenorganisation über die Lieferbeziehungen offen auszutauschen. Der Sachstandsbericht lade die Organisationen der Milcherzeuger und Molkereien ein, diese Diskussion ergebnisoffen zu führen.

„Wir wissen, auf welchem Stuhl wir sitzen, haben aber auch den Blick für die gesamte Milchwirtschaft. Deshalb fordern wir die gesamte Milchwirtschaft auf, diese Diskussion endlich zu beginnen“, bringt es Herbert Maier, 1. Vorsitzender der Bayern MeG, auf den Punkt. Der Start einer Branchenorganisation müsse unbedingt vor der nächsten Milchmarktkrise erfolgen.