Molkerei Lactalis überzeugt beim Milchpreis nicht

Milchlaster bei Omira in Neuburg © Josef Koch Bild vergrößern
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Am 22. Juni sollen Omira-Lieferanten der Übernahme durch Lactalis zustimmen. Doch Lactalis gehört beim Milchpreis nicht zur Spitze.

Omira-Milchwerkt Ravensburg © Werkbild Bild vergrößern
Der Omira-Standort Ravensburg soll an Lactalis verkauft werden, wenn die Gesellschafter am 22. Juni der Übernahme zustimmen.

Die zehnjährige Milchpreisgarantie (Basis AMI Bayern) soll Omira-Milchbauern die Zustimmung zur Übernahme durch Lactalis erleichtern. In den Informationsveranstaltungen wurden den Omiralieferanten Lactalis als sehr gute Molkerei vorgestellt. Sicherlich, Lactalis zählt weltweit zu den größten Molkereien mit einem Umsatz von über 17 Mrd. Euro.

Doch bei den Milchpreisen ist Lactalis eher im Mittelfeld zu finden, zumindest wenn man die Jahresmilchpreisevergleiche des niederländischen Bauernverbandes LTO zugrundelegt. So hatte Lactalis nur 2015 und 2016 den bayerischen Schnitt übertroffen. In den Jahren zuvor zahlte Lactalis seinen französischen Lieferanten  zwischen 0,6 und 1,5 Cent/kg und Jahr weniger aus. Teilweise hat der familiengeführte Weltkonzern aus Frankreich gar weniger als Omira ausgezahlt. Am krassesten war die Unterschied in der Hochpreisphase 2014, als Lactalis rund 2,3 Cent/kg unter dem Omira-Preis lag.

 

Kaum Alternativen zur Übernahme

Auch wenn die Milchpreisperspektiven nicht berauschend sind, so scheint der AMI-Durchschnitt Bayern plus Zuschläge immer noch besser zu sein, als Omira in den vergangenen fünf Jahren ausgezahlt hat.

Zudem ist für Omira-Bauern die Übernahme durch Lactalis "alternativlos". Denn kommt die Übernahme nicht zustande, droht möglicherweise gar die Insolvenz von Omira, fürchten viele Bauern. Dann wären die Geschäftsanteile wohl nahezu wertlos.

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