Ökolandbau Schmidt will mehr Geld für Ökobauern ausgeben

von , am

Der Deutsche Bauernverband untersützt die Zukunftsstrategie Ökolandbau, die Bundesagrarminister Schmidt auf der Biofach vorstellte.

Christian Schmidt auf Naturland-Stand © Christoph Assmann Bild vergrößern
Bundesagrarminister Christian Schmidt (links) hat auf der Biofach, hier am Stand von Naturland, sein Herz für den Ökolandbau entdeckt. Er will künftig deutlich mehr Geld ausgeben.

Zur Eröffnung der Biofach 2017 in Nürnberg begrüßte der Öko-Beauftragte des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Heinrich Graf von Bassewitz, die Zukunftsstrategie ökologischer Landbau des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Bassewitz äußerte seine Anerkennung für das Gesamtkonzept.

Die Zukunftsstrategie ist auf fünf Handlungsfelder fokussiert, an deren Erarbeitung sich Vertreter aus der gesamten Bio-Branche in einem Arbeitsprozess von anderthalb Jahren beteiligt haben.

Bassewitz hob als besonders vordringlich die Handlungsfelder „Zukunftsfähiger Rechtsrahmen“ und „Leistungsfähigkeit ökologischer Agrarsysteme verbessern“ hervor. Ein vernünftiger Rechtsrahmen für den Ökolandbau sei angesichts des sturen Beharrens der EU-Kommission auf ihren Vorschlägen zur Revision der Öko-Verordnung nach wie vor äußerst ungewiss. Die Kommission beharrt auf ihrem Ansatz der Rückstandskontrolle und automatischen Sperrung bei Rückstandsfunden.

Basewitz forderte Bundesminister Schmidt auf, in Brüssel „klare Kante“ zu zeigen, wenn die EU-Kommission nicht von ihren Vorstellungen einer Revision der Öko-Verordnung endgültig ablasse. Für diesen Fall gelte es jetzt Allianzen für den Agrarrat im Juni zu schmieden, um die Revision zu stoppen.

30 Mio. Euro für Forschung einsetzen

Für die Perspektiven des Ökolandbaus entscheidend sei die Intensivierung von Forschung und Entwicklung für eine nachhaltige Ertragssteigerung des komplexen Systems Ökolandbau, erklärte Bassewitz. Der ökologische Landbau sei heute schon sehr weit im Hinblick auf eine nachhaltige Landwirtschaft entwickelt, müsse und könne aber auch noch nachhaltiger und produktiver werden. 

Der DBV hatte in seinen Grundsatzpositionen zur ökologischen Landwirtschaft im Jahr 2015 einen Finanzrahmen von 60 Millionen Euro gefordert. Bassewitz forderte deshalb auf der Biofach, die vom Minister in der Zukunftsstrategie veranschlagten 30 Mio. Euro im nächsten Haushalt zu realisieren. Damit könne eine Reihe der vom DBV als notwendig erachteten Forschungsarbeiten geleistet werden.

Mit einem „Big Bang“ der ökobezogenen Agrarforschung könnte der Ökolandbau als großes Versuchsfeld für nachhaltige Produktionsverfahren auch für die Technologien in der konventionellen Landwirtschaft von zunehmender Bedeutung werden, betonte Bassewitz.

20 Prozent Ziel schneller erreichen

Bundesagrarminister Christian Schmidt will mit seiner Zukunftsstrategie schneller erreichen, dass Landwirte 20 Prozent der Fläche in Deutschland ökologisch bewirtschaften. Deshalb will er das zentrale Förderprogramm für den ökologischen Landbau, das Bundesprogramm ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN), stärker finanziell fördern.

Die Mittel für den BÖLN sollen um 50 Prozent – auf 30 Millionen Euro pro Jahr erhöht werden. Der Anbau und die Verarbeitung von Eiweißpflanzen, wie Soja, Lupinen, Erbsen oder Klee, soll weiterhin mit 6 Millionen Euro jährlich unterstützt werden.