Neue Fälle Vogelgrippe auch in Bayern

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Erstmals wurde die Geflügelpest auch in einem landwirtschaftlichem Betrieb in Bayern nachgewiesen. Rund 10.000 Puten mussten getötet werden. Um ein Ausbreiten der Vogelgrippe zu verhindern, gilt bayernweit die Stallpflicht.

Geflügelpestschild am Ortseingang Hannover © Martina Hungerkamp Bild vergrößern
Die Vogelgrippe bereitet weiterhin deutschlandweit Probleme.

Rund 10.000 Puten mussten Ende letzter Woche aufgrund der Geflügelpest in Geiselhöring (Straubing-Bogen) gekeult werden. Damit wurde das Virus erstmals in einem Nutztierbestand in Bayern nachgewiesen. Um den betroffenen Hof wurde ein Sperrbezirk im Umkreis von drei Kilometer eingerichtet. Dies betrifft rund 50 Geflügelhalter und rund 100.000 Tiere. Inzwischen gilt zudem in ganz Bayern für unbestimmte Zeit eine Stallpflicht, um die Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern. Auch Ausstellungen und Märkte mit Geflügel sind untersagt.

Vogelgrippe: Ausbruch in Cloppenburg

Insgesamt wurden im ganzen Bundesgebiet wieder neue Vogelgrippe-Fälle nachgewiesen. Von der hochansteckenden Influenza des Typs H5N8 waren Wildvögel, Nutzgeflügelbestände aber auch Zoos betroffen. So mussten beispielsweise in Thüle im Landkreis Cloppenburg rund 9.500 Tiere getötet werden. Laut dem niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) wurde die Vogelgrippe inzwischen in 17 Hausgeflügelbeständen nachgewiesen.

Besonders betroffen sind aber auch immer mehr Tierparks: Opfer der Geflügelpest meldete der Kalsruher Vogelpark Neureut und die Zoos in Gotha sowie Dresden.

Hessen lockert Stallpflicht

Es scheint aber auch, dass sich in anderen Regionen die Lage langsam entspannt. So hat Hessen die landesweite Stallpflicht für fünfzehn der insgesamt 26 Landkreise und kreisfreien Städte aufgehoben. Sie gelte aber weiterhin in Kreisen mit hoher Geflügeldichte und Risikogebieten mit hoher Wildvogeldichte sowie in der Nähe von Wildvogelrast- und sammelplätzen.

Die aufgrund der Vogelgrippe verhängten Einfuhrsperren nehmen allerdings weiter zu. Das LAVES geht von 14 Drittländern aus, die mehr oder weniger restriktive Einfuhrsperren für Eier, Lebendgeflügel oder Geflügelfleisch aus Deutschland oder einzelnen Bundesländern erlassen haben.

Dazu zählt unter anderem Russland. Der Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor) teilte mit, dass der Import von Geflügelprodukten, Futtermitteln sowie Futtermittelzusatzstoffen mit Geflügelinhaltsstoffen aus 15 EU-Staaten, unter anderem Deutschland mit Vogelgrippe in Nutztierbeständen verboten wird. Das gilt auch für gebrauchte Ausrüstung zur Haltung, Schlachtung und Zerlegung von Geflügel.