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Niederlande: Weniger Geld für Eber

von , am
21.10.2014

Nach den jüngsten Kürzungen der Preise für Eber in den Niederlanden und seit dieser Woche auch bei Tönnies Standort Sögel vermutet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN), dass der Markt mit Eberfleisch auch in Deutschland bald übersättigt sein könnte. [[mehr]] Schließlich seien die Absatzmöglichkeiten für Eberfleisch begrenzt und der gesetzlich festgelegte Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration Ende 2018 naht. 

Seit dieser Woche zahlt Tönnies am Standort Sögel (Weidemark) weniger Geld für Eber. Der Basispreis für Eber von niederländischen Schweinehaltern sinkt um 0,03 Euro/kg SG.
Deutsche Lieferanten seien nicht betroffen erklärte Joachim Timmermann, Betriebsleiter des Schlachthofes in Sögel die Umstellung gegenüber dem niederländischen Agrarmagazin Boerderij. Hauptsächlich niederländische Eber werden geschlachtet. 

Druck kommt aus Niederlande

Auch niederländische Schlachtunternehmen nehmen Kürzungen auf den Auszahlungspreis von Ebern vor. Die Folge ist, dass Weidemark immer mehr Eber bekomme, wenn sie mit den niederländischen Schlachtunternehmen nicht Schritt halten, erklärt Timmermann. In dem Brief, den der Betrieb an seine Lieferanten schickte, steht auch, dass das Schlachten und Verarbeiten von Ebern Mehrkosten mit sich bringe. Eber von Betrieben, die auch weibliche Tiere liefern, bleiben auch zukünftig willkommen, so Timmermann.
 
Die Kürzung des Basispreises von Ebern gilt bei Tönnies nur für den Standort Sögel, weil dort mit Abstand die meisten Eber geschlachtet werden. Jede Woche verarbeitet Tönnies Fleisch insgesamt 31.000 Eber. Davon werden 5.000 täglich in Sögel geschlachtet, berichtet die ISN. Viele niederländische Schlachtunternehmen haben den Basispreis von Ebern gekürzt. Vion erhöhte zum 6. Oktober die "Eberkürzung" von 0,02 Euro/kg SG auf 0,03 Euro. Das Schlachtunternehmen Compaxo zieht seit vergangener Woche 4 Euro statt 3 Euro je Eber ab.
 
 
 
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