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NRW lässt Flächenfrass weiter zu

von , am
17.06.2015

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatdie Bedeutung des Flächenverbrauchs herabgesetzt. Künftig wird es nicht mehr das verbindliche Ziel der Landesplanung sein, den Flächenverbrauch auf 5 ha pro Tag zu reduzieren. RLV-Präsident Conzen ist stinksauer auf die Landesregierung.

NRW-Agrarminister: Johannes Remmel © Archiv
"Es ist eine Frechheit, dass die rot-grüne Landtagsfraktion fast wöchentlich die Landwirte in NRW für die Abnahme der Biodiversität an den Pranger stellt und gleichzeitig in rot-grüner Regierungsverantwortung einem maßlosen Flächenfraß Tür und Tor geöffnet wird", kritisiert RLV-Präsident Bernhard Conzen. Damit müsse das Land auch die Ziele ihrer erst kürzlich veröffentlichten Biodiversitätsstrategie auf den Prüfstand stellen. "Auf Beton wächst kein Brot und entwickelt sich erst recht kein Artenreichtum", stellt Conzen fest. Er sei bitter enttäuscht, dass die Regierungskoalition beim Flächenschutz wortbrüchig wird. 
 
 

Flächenverbrauch senken ist nun unverbindlich

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat dem Druck von Industrie und Handel nachgegeben. Ende April hat das Landeskabinett erste Korrekturen am Entwurf des Landesentwicklungsplanes beschlossen. Dabei hat sie die Bedeutung des Flächenverbrauchs herabgesetzt. Künftig wird es nicht mehr das verbindliche Ziel der Landesplanung sein, den Flächenverbrauch auf 5 ha pro Tag zu reduzieren, so wie es rot-grün in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart hatten.
 
Die Inanspruchnahme von Fläche zu verringern wird zukünftig lediglich ein unverbindlicher Grundsatz bei der Planung sein. Damit haben Industrie und Handel ihre Interessen gegen die in der „Allianz für die Fläche“ verbündeten Partner durchgesetzt, zu denen auch Landwirtschaftsminister Remmel in der Vergangenheit stets gehörte. 
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