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Obergrenze für Biokraftstoffe zu gering

von , am
25.02.2015

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat gestern mit seiner Abstimmung keine tragfähige Reform der künftigen Biokraftstoffpolitik in die Wege leitet.

Eine Obergrenze von sechs Prozent für nachhaltig hergestellte und zertifizierte Biokraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen ist aus Sicht der Bioethanolwirtschaft bei weitem zu niedrig, findet der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe).
 
Eine Mindestquote für Biokraftstoffe aus Reststoffen und Abfällen von nur 1,25 Prozentpunkten an dem 10-Prozent-Ziel erneuerbarer Energie im Verkehr ist aus Sicht des BDBe ebenso unzureichend. Dadurch könne kein Schub für Investitionen in neue Technologien ausgelöst werden.
 
Die wissenschaftlich nicht haltbaren sogenannten iLUC-Faktoren als Malus für indirekte Landnutzungsänderungen beim Nachhaltigkeitsnachweis von Biokraftstoffen einzubeziehen, sei für die Bioethanolwirtschaft nicht akzeptabel und werde als Grundlage für künftige Gesetzgebung keinen Bestand haben.
 
 

Signale nach 2020 fehlen

Darüber hinaus hatte der EU-Energieministerrat im Juni vergangenen Jahres bei seinen Beratungen über die künftige EU-Biokraftstoffpolitik bereits versäumt, eine Empfehlung für die Zeit nach 2020 auszusprechen. Aus Sicht der Branche ist es aber angesichts der hohen Emissionen durch den Kraftfahrzeugverkehr in Europa dringend notwendig, die Verpflichtung zum Senken von dessen Treibhausgasemissionen weiter fortzuschreiben und zu verschärfen. Auch der Umweltausschuss hat bei seiner gestrigen Beratung keine Position zu künftigen Rahmenbedingungen gefunden. 
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