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Öko-Verordnung: Zentrale Probleme bleiben

von , am
18.06.2015

Als "Schritt in die richtige Richtung" bezeichnet der Öko-Anbauverband Naturland die jüngste Einigung zur EU-Öko-Verordnung der europäischen Agrarminister. Sie sei aber noch lange kein Durchbruch.

Hans Hohenester, Präsidiumsvorsitzender Naturland. © Christoph Assmann/Naturland
Das "Nein" des EU-Agrarrates zur Einführung von öko-spezifischen Grenzwerten verhindere das Schlimmste, erklärt Naturland Präsidiumsvorsitzender Hans Hohenester. Seiner Meinung nach bleiben aber andere Probleme, wie der Frage der Kontrollen oder der Regelung von Importen bestehen.
Deshalb fordert Hohenester Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf,
in den nun anstehenden Verhandlungen zwischen Rat und Parlament für eine Weiterentwicklung des EU-Rechts zu kämpfen, die zu mehr Öko führt und nicht zu weniger.

Öko-Importe aus Entwicklungsländern nicht behindern

Naturland fürchtet, dass Erzeuger aus Schwellen- und Entwicklungsländern von europäischen Märkten abgeschnitten werden, wenn sie künftig die EU-Öko-Verordnung 1:1 umsetzen müssten. Dies hätte negative Folgen auf ihre Einkommenssituation und würde den Bemühungen, den Öko-Landbaus in den betroffenen Ländern zu fördern, entgegen wirken.
Aber auch die europäischen Verbraucher wären betroffen, wenn beispielsweise kein Öko-Kaffee mehr aus Peru käme. Deshalb forderte Hohenester, Öko-Standards aus anderen Weltregionen auch künftig als gleichwertig anzuerkennen.

Jährliche Kontrolle muss bleiben

Laut Beschluss des Rates dürfen Kontrollen der Biobetriebe mit geringen Risiken, auf alle drei Jahre reduziert werden. Hohenester spricht sich gegen die Aufweichung des Systems der jährlichen Überprüfung aus. "Das setzt das Vertrauen der Verbraucher in die Sicherheit von Öko aufs Spiel.“
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