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Ökoverordnung: Hogan kompromissbereit

von , am
11.11.2014

Der neue EU-Agrarkommissar Phil Hogan will den umstrittenen Entwurf für eine verschärfte EU-Ökoverordnung nicht zurückziehen. Er ist aber zu Veränderungen bereit. Das sagte Hogan gestern Abend nach dem EU-Agrarministerrat in Brüssel.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan. © Europäische Kommission
Die Landwirtschaftsminister der Europäischen Union berieten kurz über das Positionspapier der sogenannten Visegrad-Gruppe (Polen, Ungarn, Slowakei, Tschechien). Darin fordern die mitteleuropäischen Staaten, die Ausnahmeregeln für den Ökolandbau zur Verwendung konventioneller Vorleistungen zu erhalten. Das Kontrollsystem soll weiterhin auf den Prozess und nicht auf das Endprodukt abgestellt bleiben. Hogan sagte, er teile einige der ernsten Bedenken verschiedener Mitgliedstaaten gegen den vorliegenden Verordnungsentwurf. Dieser war im März 2014 von seinem Vorgänger Daçian Ciolos vorgelegt worden.

Aussprache im Dezember

Der neue Kommissar will aber zunächst die erste ausführliche Aussprache zu dem Dossier während der Sitzung der EU-Agrarminister im Dezember abwarten. Erst danach will Hogan auf konkrete Änderungsforderungen eingehen. Er sieht zunächst Ministerrat und Europaparlament am Zug. Der italienische Landwirtschaftsminister und amtierende Vorsitzende im EU-Agrarrat, Maurizio Martina, will im Dezember zumindest eine "partielle generelle Ausrichtung", also eine erste einheitliche Positionierung des Rates herbeiführen. Kommissar Hogan geht davon aus, dass bis Juni 2015 ein überarbeiteter Kompromissvorschlag erreicht werden kann. Der Ire betonte, die Reform der Ökoverordnung solle den schnell wachsenden Biosektor stärken, gleiche Wettbewerbsbedingungen herstellen und das Vertrauen der Verbraucher in die Produkte des Ökolandbaus stärken.
 
Einen ausführlichen Bericht über die umstrittenen Einzelheiten des Kommissionsvorschlags zur Neuausrichtung der Ökoverordnung und erste Kompromisslinien lesen Sie in Ausgabe 12/2014 des dlz agrarmagazins, die am 28. November erscheint.
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