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Österreichische Molkereien: Mehr Umsatz, geringerer Ertrag

von , am
10.04.2015

© landpixel
Österreichs Molkereien haben ihre Umsätze im abgelaufenen Jahr 2014 um 4,2 Prozent auf 2,43 Mrd. Euro gesteigert. Die Gewinne, die sie dabei erzielten, waren laut Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) aber gering. [[mehr]]„Die Ertragssituation der Molkereien ist sehr bescheiden – die zehn größten Verarbeitungsbetriebe haben ein äußerst knappes EGT“, so VÖM-Geschäftsführer Johann Költringer. Das bereinigte Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sei 2014 gegenüber 2013 im Schnitt von 0,5 auf nur 0,4 Prozent der Betriebsleistung gesunken. „Das ist deutlich unter der Inflationsrate", sagte der VÖM-Mann.

Die österreichischen Bauern lieferten im 2014 rund 3,06 Mrd. Kilo Milch – das war deutlich mehr als in den Jahren davor, 2014 waren es 2,93 Mrd. Kilo, 1994 sogar nur 2,21 Mrd. Kilo. Die gelieferte Menge entspricht aber nur zwei Prozent der europäischen Milchmenge. Die durchschnittliche Milchanlieferung erhöhte sich im abgelaufenen Jahr gegenüber 2013 von 89,3 auf 97,2 Tonnen pro Milchbauer – vor 20 Jahren waren es erst 26,9 Tonnen.

Fallender Milchpreis

Für das mit 30. März zu Ende gegangene Milchwirtschaftsjahr 2014/15 – dem letzten im EU-Milchquotenregime – dürften nach aktuellen Hochrechnungen rund 45 bis 50 Mio. Euro an Milch-Superabgabe fällig werden.

Das Milchgeld pro Lieferant stieg im Vorjahr laut VÖM von 37.552 Euro auf 42.959 Euro um 14,4 Prozent. Der Milchpreis für die Bauern (inklusive Steuer) habe sich im Schnitt über das gesamte Jahr um 5,1 Prozent auf 44,19 Cent pro Kilo erhöht - ohne Umsatzsteuer waren es 38,97 Cent.

Allerdings machte der Preis heuer in den ersten beiden Monaten vor der Aufhebung der EU-Milchquote (per Ende März) einen Ruck nach unten – auf 39,25 (brutto) bzw. 34,07 Cent (netto). Für April kürzte Österreichs größte Molkerei, die Berglandmilch, ihren Milchpreis um 1,5 Cent netto (brutto 1,68 Cent) je kg. Die bäuerlichen Lieferanten erhalten somit für Milch mit 4, 2 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß 31,50 Cent netto und 34,94 Cent brutto.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Vor dem EU-Beitritt Österreichs (1994) lag der Milchpreis noch bei 45,57 bzw. 41,77 Cent je Kilo. Költringer rechnet für das dritte und vierte Quartal 2015 mit einer „Stabilisierung der Preise“. Die für den Export günstige Euro-Dollar-Relation sei sehr positiv. „Dadurch ist auch eine Entspannung des Milchpreises zu erwarten.“ Der wichtigste Abnehmer milchwirtschaftlicher Exporte ist aber das Euro-Land Deutschland. 2014 gingen 47,6 Prozent des gesamten Exportvolumen von 1,185 Mrd. Euro in das Nachbarland. Dann folgt Italien mit 21,4 Prozent.

Kleine Betriebsstruktur

Die bäuerlichen Betriebe in Österreich sind äußerst klein strukturiert – ein durchschnittlicher Milchbauer hat 16,8 Kühe – in Norddeutschland etwa ist der Kuhbestand deutlich höher. In Österreich sperren auch viele Milchbauern die Stalltür endgültig zu. Die Zahl der Milchbauern mit A-Quote (Molkerei-Anlieferungsquote) habe sich 2014 gegenüber 2013 um 4,1 Prozent auf 31.500 weiter verringert. Vor 20 Jahren gab es noch 81.902 Milchlieferanten.
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