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Ostendorff: Lehnt Fleischexporte ab

von , am
04.03.2015

Bündnis90/Die Grünen lehnen ebenfalls wie die deutsche Schweinebranche das Vorhaben der EU-Kommission ab, Zuschüsse für die Private Lagerhaltung von Schweinefleisch zu zahlen.

Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik, meint dazu folgendes: "Über diese Ankündigung kann man nur den Kopf schütteln. Beihilfen zur privaten Lagerhaltung von Schweinefleisch machen keinen Sinn. Sie sind ein antiquiertes Instrument, um Lagerhalter zu subventionieren, nicht aber um kostendeckende Erzeugerpreise zu schaffen. Schon deshalb sind sie abzulehnen."
Seiner Meinung nach könnte eine wirkliche Verbesserung für bäuerliche Erzeuger nur strukturelle Maßnahmen erreichen, die auf eine Verbesserung der Agrarstruktur und bessere Erzeugerpreise hinauslaufen. Hier sei jedoch Politik mit Weitblick gefragt. Dieser sei allerdings von der Bundesregierung nicht zu erwarten.

Gleichzeitig fordert er auch: "Dafür ist eine Abkehr von der Exportorientierung der deutschen Tierhaltung notwendig und mehr Wertschätzung für landwirtschaftliche Produkte. Das Billigfleisch vom Grabbeltisch kann nicht die Lösung sein."


dlz-Kommentar: Ohne Export werden Preise auch nicht besser

Josef Koch, dlz-Redakteur - Management & Märkte, dlz-Online © Plettenberg
Es ist schon bemerkenswert, das Bündnis90/Die Grünen in Sachen Markteingriffe der gleichen Ansicht sind wie die Schweinefleischbranche. Kommt es womöglich auch in Sachen Tierschutz bald zu einer Übereinstimmung? 
Nein, das wird sicherlich nicht der Fall sein. Denn schon die weiteren Schlussfolgerungen wie das Ablehnen der Exportorientierung der Schweinefleischbranche zeigen, dass Ostendorff die Marktzusammenhänge kaum erkannt hat.
 
Denn ohne das Nutzen dieser Exportmöglichkeiten am Weltmarkt hätten viele bäuerliche Betriebe eben keine Zukunft mehr. Müssten sich deutsche Erzeuger nur auf den Inlandsabsatz an Schweinefleisch konzentrieren, hätte dies zur Folge, dass viele Landwirte ihre Stalltore für imnmer dicht machen müssten. Auch in den vor- und nachgelagerten Stufen sind dann vehement Arbeitsplätze in Gefahr. Und wer garantiert denn, dass der Lebensmittelhandel dann für die verbliebenen Schweinehalter wirklich höhere Preise zahlt, wenn weitere Absatzalternativen fehlten, Herr Ostendorff?  Kommentar von dlz-Redakteur Josef Koch
 
 
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