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Ernte

Nach dem Hochwasser: Blick nach vorn

Symbolbild © agrarfoto.com
von , am
01.08.2017

Letzte Woche sind Christoph von Breitenbuchs Flächen an der Leine regelrecht abgetaucht. Heute das Fazit: Der Weizen ist nicht mehr zu retten, der Raps zeigt keine Schäden. Wie geht es weiter?

Christoph von Breitenbuch
Christoph von Breitenbuch ist Landwirt in Niedersachsen und mit gut 20 ha vom Hochwasser betroffen.

Christoph von Breitenbuch bewirtschaftet in einer Betriebsgemeinschaft rund 700 ha in Niedersachsen, darunter auch Flächen direkt an der Leine unweit von Nörten-Hardenberg. Gute 20 ha standen unter Wasser. Wir haben am Montag Nachmittag (31. Juli) nachgefragt, wie die Flächen aktuell aussehen. Wir erreichten den 42-Jährigen beim Weizendreschen auf dem Feld.

 

Herr Von Breitenbuch, wie viel Regen kam letzte Woche bei Ihnen herunter?

Christoph von Breitenbuch: Das waren rund 140 mm, verteilt auf 36 Stunden. Hochwasser in diesem Ausmaß haben wir im Schnitt alle fünf Jahre. Gut 20 ha standen unter Wasser, das ist jetzt langsam abgelaufen. Unser Glück war, dass auf dem Großteil der überschwemmten Fläche Winterraps steht. Der kommt mit den Wassermassen besser zurecht. Wir warten jetzt noch ab, bis die Flächen einigermaßen trocken sind. Ich rechne damit, dass wir Ende der Woche dreschen können. Bis dahin sind auch die letzten grünen Schoten noch reif, die will ich auch im Tank haben.

Abwarten und den Boden nicht schädigen

Mit welchen Erträgen rechnen Sie?

Von Breitenbuch: Beim Raps erwarten keine Verluste durch das Hochwasser. In der Region wurden bisher 36 bis knapp über 40 dt/ha geerntet, in dem Bereich wird sich das auch für uns bewegen. Wir warten aber noch ab. Das wichtigste für mich ist, den Boden nicht zu schädigen.

 

Und wie sieht es beim Weizen aus?

Von Breitenbuch: Hier hat das Wasser bei uns voll zugeschlagen, gottseidank nur auf einer relativ kleinen Fläche von 4 ha. Durch die Fruchtfolge stand in diesem Jahr entlang der Leine überwiegend Raps. Der überschwemmte Weizen ist komplett platt. Sobald es dort trocken ist, werden wir versuchen, das Stroh mit der Kurzscheibenegge kurz zu bekommen und lang zu ziehen. Für die Schäden haben wir eine Mehrgefahrenversicherung.

Hoher Eiweißgehalt beim Weizen

Wie ist Ihre Weizenernte angelaufen?

Von Breitenbuch: Wir haben heute einen Stoppelweizen gedroschen, das war der ganz neue A-Weizen Nordkap. Hier haben wir nach intensiver Bestandesführung 94 dt/ha gedroschen, damit sind wir sehr zufrieden. Gerade sind wir an den schwachen Standorten, hier haben wir heute Nachmittag 72 bis 84 dt/ha vom Halm geholt. Und das alles bei sehr hohem Protein von regelmäßig über 13 Prozent. Die Fallzahlen sind auch voll im grünen Bereich.

 

Herr von Breitenbuch, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin eine erfolgreiche Ernte!

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