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Bestandsführung

Robuster als Weizen

von , am
24.08.2015

Dinkel ist eng mit Weichweizen verwandt, aber geeigneter für Grenzlagen. Typisch sind die bespelzten Körner, die Vesen. Wir geben einen Sortenüberblick und zeigen, ob sich der Anbau rentiert und worauf zu achten ist.

Dinkel ist wenig auswuchsgefährdet und übersteht Regen meist unbeschadet. Der Drescher sollte mit halber Trommeldrehzahl und weiter geöffnetem Dreschkorb laufen. © landpixel
Der Anbau von Dinkel nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Zur Ernte 2015 standen rund 70.000 ha Spelzweizen auf deutschen Feldern, davon etwa zwei Drittel in Bayern und Baden-Württemberg. Mit steigendem Anbau wächst auch der Bedarf an geprüften Sorten. Wir werfen einen Blick auf konventionelle und ökologisch bewirtschaftete Versuche in Baden-Württemberg.
Der wachsende Anbauumfang spiegelt sind in der bundesweiten Saatgutproduktion wider: Die Vermehrungsflächen stiegen von gut 1.000 ha im Jahr 2013 über fast 1.500 ha im vergangenen Jahr auf gut 2.400 ha in diesem Jahr. Meist vermehrt ist die Sorte Zollernspelz (2015: 969 ha), auf Rang zwei und drei liegen Franckenkorn (580 ha) und Divimar mit 336 ha. Mit etwas größerem Abstand folgen Filderstolz (172 ha), Oberkulmer Rotkorn (154 ha), Badenstern (121 ha) und Badenkrone (86 ha).

Aussaat in Vesen oder Körnern

Die Aussaatstärke beim Dinkel liegt in konventionellen und ökologischen Sortenprüfungen bei 160 bis 180 Vesen/qm. Vesen sind die nicht entspelzten Körner, die auch einen Teil der Spindel tragen. Bei Frühsaaten lässt sich die Saatstärke um rund 10 Prozent reduzieren; bei Spätsaaten oder schlechten Aussaatbedingungen sollte sie entsprechend erhöht sein.
Versuche mit entspelztem Dinkel mit Aussaatstärken von 160 und 240 Kö./qm brachten bei der höheren Aussaatstärke vergleichbare Erträge wie bei der Aussaat von Vesen. Wird die Saatware schonend aufbereitet (entspelzt), bietet sie mit hoher Keimfähigkeit und Triebkraft alle Vorteile eines modernen Getreideanbaus.
Die ökologischen Prüfungen stehen meist nach Kleegras. Sie werden, auch um Lager bei den langen Dinkelsorten zu vermeiden, in der Regel nicht gedüngt. Die Stickstoff(N)-Düngung im konventionellen Bereich liegt bei 80 bis 120 kg N/ha, aufgeteilt auf zwei bis drei Gaben. Das entspricht etwa der Hälfte der N-Düngung im Weichweizen. Pro Dezitonne Vesenertrag ist mit einem Entzug von 2,1 kg N zu rechnen. Der Nährstoffbedarf an Phosphat und Kalium ist mit dem von Weichweizen vergleichbar. ks

Mehr Informationen im Download

Unsere Mittel- und Strategienübersicht "Unkrautbekämpfung in Dinkel" können Sie hier herunterladen (PDF, 117 kB).
Der vollständige Beitrag mit allen Sortenempfehlungen und Hinweisen zu Pflanzenschutz und Vermarktung ist im dlz agrarmagazin September 2015 erschienen.
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