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Düngung

Blattdünger auf dem Prüfstand

von , am
22.09.2014

Zahlreiche Mikronährstoffdünger sind am Markt erhältlich. Sie alle wollen einen hohen Ertrag absichern. Was leisten sie wirklich? Und rentiert sich der Einsatz in Raps und Wintergetreide? Wir haben genauer hingeschaut.

Blattdünger zum Pflanzenschutz oder nicht? Die Frage stellt sich, um Bestände vorbeugend abzusichern. © landpixel
Der Mikronährstoffbedarf von Raps wird üblicherweise über eine ein- oder mehrmalige Blattdüngung abgedeckt. Das soll einer Nährstofffestlegung im Boden vorbeugen und einem latenten oder akuten Nährstoffmangel während der Vegetationszeit entgegenwirken.
Mangel tritt verstärkt in Trockenperioden und auf leichten Böden auf. Aber auch auf guten Standorten kommt es immer wieder zu Defiziten. Ursachen sind zum einen steigende Erträge mit höheren Nährstoffentzügen. Zum andern sind der zunehmende Einsatz hochkonzentrierter Hauptnährstoffdünger ohne Mikronährstoffe und der geringe Rückfluss über Wirtschaftsdünger zu nennen.
Kupfer, Zink und Eisen spielen aufgrund des guten Aneignungsvermögens des Rapses eine eher untergeordnete Rolle. Fehlen hingegen Bor, Mangan und Molybdän, kann es zu erheblichen Wachstumsdepressionen und Qualitätseinbußen kommen. Bor sorgt etwa für ausgewogene und gesunde Wachstumsprozesse, vor allem im Bereich des Vegetationskegels und der Wurzel. Mangan verbessert die Stresstoleranz gegenüber Trockenheit und Kälte und Molybdän ist für eine optimale Stickstoffausnutzung erforderlich.

In Getreide vor allem Kupfer und Mangan

Wintergetreide hat im Gegensatz zu anderen Kulturen einen hohen Bedarf an den Spurenelementen Kupfer und Mangan. Wird dieser durch eine unzureichende Versorgung des Bodens oder durch eine gehemmte Aufnahmefähigkeit in der Pflanze nicht gedeckt, kann es zu erheblichen Wachstumsdepressionen kommen.
Da die Pflanzenverfügbarkeit der beiden Spurenelemente stark von den vorherrschenden Standortfaktoren abhängt, kann es selbst bei optimal versorgten Böden zu einem Mangel kommen. Zusätzlich beeinflussen die veränderten Düngegewohnheiten und die entwicklungsbedingten Ertragssteigerungen der letzten Jahre den Versorgungsstatus negativ.
Um die Mangelerscheinungen beurteilen zu können, ist es wichtig, die Bodenversorgung und die Konzentration der entsprechenden Nährstoffe in der Pflanze zu kennen. Der Boden gilt bei einer Gehaltsklasse C als optimal versorgt. Werden diese Werte unterschritten, ist eine zusätzliche Mikronährstoffdüngung in Betracht zu ziehen. ks
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Oktober 2014 erschienen. Dort fassen wir für Sie Versuche aus Mecklenburg-Vorpommern zusammen, die die Ertragswirksamkeit von Spurennährstoffdüngern genauer unter die Lupe genommen haben.
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