Login
Pflanzenschutz

Gesunde Blätter bringen den Zucker

von , am
26.05.2015

Cercospora-Blattflecken sollten Sie nicht ignorieren. Einbußen bis 50 Prozent des Bereinigten Zuckerertrags könnten die Folge sein. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt für die erste Behandlung; die Mittelwahl ist zweitrangig.

Das Erntejahr 2014 brachte den Rübenanbauern hervorragende Erträge. In Franken wurden 13,5 t/ha Bereinigter Zuckerertrag erreicht. © landpixel
Der Befall mit Blattkrankheiten ist je nach jahrestypischem Einfluss sehr unterschiedlich. Die Schwankungen zwischen den Jahren zeigen sich an den Versuchsergebnissen der Arbeitsgemeinschaften. Sie verdeutlichen, wie viel Ertrag Fungizidbehandlung im Vergleich zu unbehandelten Parzellen im Verlauf von zehn Jahren sicherte.
Der Jahreseffekt war im Mittel erheblich. In den Jahren 2006, 2007 und 2012 mit schwerem Befall ließ sich durch den Fungizideinsatz eine Ertragssicherung zwischen 13 und 17 Prozent erreichen. Dagegen blieb sie 2005, 2013 und 2014 mit Werten zwischen zwei und vier Prozent auf einem niedrigem Niveau. Der Jahreseffekt ist im Wesentlichen witterungsbedingt. Daneben treten innerhalb eines Jahres zwischen den Standorten beträchtliche Unterschiede beim Befallsdruck mit Cercospora auf. Das lässt sich an der Streuung aller Versuchsstandorte, etwa für 2012 und 2014, erkennen. Demnach lag der Standorteffekt 2012 zwischen 6 und 23 Prozent, im Mittel bei 13 Prozent. Selbst 2014, einem Jahr mit geringem Cercosporadruck, ließ sich an einem Versuchsstandort durch termingerechten Funigzideinsatz ein Ertragsplus von zwölf Prozent verbuchen.

Monitoring auf 200 Schlägen

Dieses zeitlich unterschiedliche Auftreten verlangt eine an der Epidemie orientierte flexible Bekämpfung. Dabei soll das so genannte Monitoringsystem zur Befallsüberwachung helfen. Die wöchentlichen Untersuchungen laufen von Ende Juni bis etwa Anfang September.
Amtliche Beratung, Züchter, Anbauverbände, Südzucker und eigens geschulte Landwirte arbeiten hier zusammen, um an rund 200 repräsentativ verteilten Praxisschlägen das Auftreten von Blattkrankheiten zu verfolgen. Die Informationen über Erstauftreten, Befallsverlauf und Schwellenwertüberschreitungen bilden die Grundlage für den Warndienst (www.bisz.suedzucker.de/Pflanzenschutz/Warndienst-Blattkrankheiten oder SMS oder Fax). Nach einem Aufruf sollten die Rübenanbauer zeitnah ihre eigenen Bestände untersuchen.

Der Zeitpunkt entscheidet

Der wichtigste Punkt für ein erfolgreiches Bekämpfen von Blattkrankheiten ist der richtige Termin für den ersten Fungizideinsatz. Die eingesetzten Mittel variieren dagegen in ihrer Wirkung kaum.
Bei einer Erstbehandlung zur Schwellenwertüberschreitung ist auch bei frühem und starkem Befall eine Kontrolle des Cercospora-Pilzes möglich. Kommt die Bekämpfung dagegen verspätet, lässt sich die weitere Ausbreitung nur ungenügend kontrollieren.
Um den Befall zu ermitteln, geht man diagonal durch den Rübenschlag und entnimmt von 100 Pflanzen je ein Blatt aus dem mittleren Blattbereich. Ist mindestens ein pilzlicher Blattfleck zu finden, gilt das Blatt als befallen. Abhängig vom Zeitpunkt des Auftretens ist beim Überschreiten folgender Schwellenwerte eine Erstbehandlung angezeigt: bis Ende Juli fünf Prozent Befallshäufigkeit, vom 1. bis 15. August 15 Prozent, danach 45 Prozent.
Für eine Zweitbehandlung liegt die Grenze bei 15 Prozent bis 15. August, danach bei 45 Prozent. Etwaige weitere Einsätze erfolgen unabhängig vom Termin bei 45 Prozent befallener Blätter. ks
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Juni 2015 erschienen.
Auch interessant