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Pflanzenschutz

Neuer Sensor 2016 marktreif

von , am
26.01.2015

Lässt die Mittelwirkung beim Unkrautbekämpfen nach, gilt schnell „Alarmstufe Rot“. In der Februar-Ausgabe vom dlz agrarmgazin lesen Sie, woran das liegen kann, wie ein neuer Sensor funktioniert und warum kaum neue Wirkstoffe auf den Markt kommen.

Nach dem Spritzen misst der Weed-Pam-Sensor die Effizienz der Fotosynthese: Nötig ist 15-minütiges Abdunkeln und ein nachfolgender Lichtimpuls. © Foto: Brändle
Das neue System soll Ackerbauern und Berater künftig dabei unterstützen, mögliche Herbizidresistenzen im Feld rechtzeitig zu erkennen und zügig einzudämmen. Der schnelle Ungras-Resistenztest erlaubt es, Messungen auf dem Acker aus dem selben Jahr, genetische Analysen im Labor und eigene Angaben zur Schlaghistorie kombiniert auszuwerten. Vermarktet werden soll das Verfahren als Quick weed resistence test (= Qwert-System).
Dabei wird erst mit der so genannten Weed-Pam, einem mobilen Sensor, eine fluorimetrische Messung im Feld kurz nach der Herbizidausbringung durchgeführt. Danach folgt die molekularbiologische Analyse nicht bekämpfter Pflanzen. Mit diesen Ergebnissen sowie schlagspezifischen Informationen lassen sich genaue Aussagen über die Situation der untersuchten Anbaufläche machen. Durch das Verknüpfen der Daten ist etwa eine bessere Behandlungsempfehlung bereits im betreffenden Anbaujahr möglich. Resistente Unkräuter oder Ungräser werden somit bekämpft und die Zahl ihrer Samen deutlich verringert.
Herbizidresistenz gilt als große Herausforderung. Bis heute sind global über 230 Pflanzen bekannt, die gegen einen oder mehrere Wirkstoffe oder ganze Gruppen resistent sind. Die Bekämpfung solcher „Superunkräuter“ wird auch dadurch erschwert, dass seit über 20 Jahren keine neuen herbiziden Wirkstoffgruppen entwickelt werden konnten. Zudem fehlten bislang geeignete Nachweissysteme, die es ermöglichen, resistente Pflanzen kurz nach der Herbizdausbringung im Feld zu identifizieren. Ziel des bis 2016 laufenden Projekts ist es, eine Methode zu entwickeln, die es erlaubt, nicht nur die Art der Herbizidresistenz rasch zu bestimmen, sondern auch Strategien zur Bekämpfung aufzuzeigen. kb

Weitere Informationen im Download

Hier haben wir für Sie eine Übersicht zusammengestellt (PDF, 260 kB), wie die Herbizide den einzelnen Resistenzklassen zuzuordnen sind.
 
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Februar 2015 erschienen.
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