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Pflanzenschutz

Problemfälle richtig anpacken

von , am
26.03.2015

Maisherbizide Tankmischungen ohne Sulfonylharnstoffe gewinnen an Bedeutung, weil die Resistenzen gegen den Wirkstoff zunehmen. Gerade bei Verunkrautung mit ertragswirksamen Hirsen lohnt ein Blick auf die genaue Unterart, denn nicht alle Mittel wirken gleich gut.

Sind Spritzdüsen und Tankmischung optimal auf den Standort abgestimmt? Dann knacken Sie auch hartnäckige Probleme wie Knöterich oder Gänsefuß. © agrarfoto
Aufgrund der langsamen Jugendentwicklung reagiert der Mais sehr empfindlich auf Unkrautkonkurrenz. Deshalb ist die Kultur ab dem 3-Blatt-Stadium möglichst unkrautfrei zu halten. In Exaktversuchen haben die amtlichen Pflanzenschutzdienste aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen die Unkräuter/Ungräser ermittelt, die am häufigsten auftraten. Das waren vorrangig Weißer Gänsefuß, Winden- und Vogelknöterich, Hühnerhirse, Kamille und Ausfallraps. Seit einigen Jahren tritt auch Storchschnabel häufiger in Erscheinung.
Vor dem Einsatz von Herbiziden ist eine genaue Artenbestimmung vor allem der verschiedenen Knöterich- und Hirsearten wichtig: Kein Herbizid bekämpft alle Arten mit gleicher Intensität.
Es sollte eine Kombination aus boden- und blattwirksamen Herbiziden zum Einsatz kommen. Der günstigste Zeitpunkt ist erreicht, wenn die Masse der Unkräuter aufgelaufen ist und sich im Keimblatt- bis maximal 2-Blatt-Stadium befindet. Jetzt sollten aber auch die am weitesten entwickelten Unkräuter noch sicher erfasst und zugleich nachträglicher Auflauf verhindert werden.

Neue Mittel in der Pipeline

Zwei neue Herbizide stehen zur Zulassung an, wohl aber nicht mehr zur Saison 2015.
MaisTer Power enthält die blattaktiven Wirkstoffe 32 g/l Foramsulfuron, 1 g/l Iodosulfuron sowie 10 g/l Thiencarbazone-methyl und befindet sich noch im Zulassungsverfahren. Das Herbizid lässt sich voraussichtlich mit 1,5 l/ha im Entwicklungsstand 12 bis 16 des Maises einsetzen. Es hat eine breite Wirkung auf Unkräuter inklusive Distel, Winde und Windenknöterich und bekämpft Ungräser wie Hirse, Quecke, Flughafer sowie Weidelgras.
Collage ist ein Herbizid zur Nachauflaufbekämpfung von einjährigen ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern im Mais. Es setzt sich aus 60 g/kg Nicosulfuron sowie 4 g/kg Thifensulfuron zusammen. Die Zulassung erfolgt voraussichtlich mit 0,75 l/ha im 2- bis 8-Blatt-Stadium des Maises.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Durch die langsame Jugendentwicklung ist Mais ab dem 3-Blatt-Stadium unkrautfrei zu halten.
  • Es sollte eine Kombination aus boden- und blattwirksamen Mitteln zum Einsatz kommen.
  • Ohne Hirsen oder Ungräser reichen preiswerte Kombimittel aus Terbuthylazin und Bromoxynil oft aus.
  • Muss auf Terbuthylazin verzichtet werden, lässt sich Knöterich meist nicht ausreichend bekämpfen.
  • Bei Nicosulfuron sind bußgeldbewehrte Auflagen einzuhalten. ks
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin April 2015 erschienen.
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