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Sorten

Mehr Risiko bei Extremterminen

von , am
22.09.2014

Saatzeitpunkt Alle Wintergetreidearten bringen den Optimalertrag bei einer Aussaat zwischen Mitte September und Anfang Oktober. Für sehr späte Saaten empfiehlt sich ein Zuschlag bei der Saatstärke und die Wahl geeigneter Sorten.

Mit der Gerste startet die Aussaat-saison für das Wintergetreide. Das gilt heute nicht mehr zwingend. © agrarfoto
Die Empfehlungen zu den optimalen Saatzeitspannen von Wintergetreide haben sich in den letzten Jahrzehnten gravierend geändert. Früher galt für gute Weizenstandorte die zweite Oktoberhälfte als optimal. Heute sind Frühsaaten ab Mitte September bis Anfang Oktober normal und werden in Sachsen-Anhalt auch empfohlen.
In Thüringen hat die amtliche Beratung nach mehrjährigen Versuchen sogar eine noch frühere Aussaat eines Teils der Flächen (maximal 20 Prozent) ab Anfang September befürwortet. Für Mecklenburg-Vorpommern zeigt die Auswertung von Referenzbetrieben: In Jahren mit optimalen Saatbedingungen werden drei Viertel des gesamten Weizens im September und ein Viertel schon vor dem 10. September gesät. Die Risiken von Frühsaaten bestehen weniger in der Gefahr des Überwachsens und der Auswinterung, die eher selten eine Rolle spielen. Entscheidend ist das höhere Befallsrisiko durch Krankheiten und Schädlinge. Das lässt sich in unbehandelten Frühsaatvarianten speziell angelegter -Versuche häufig nachweisen. Mögliche Zusatzkosten für Spezialbeize, Virusvektorenbekämpfung oder zusätzliche Fungizidbehandlung sind gegen den Ertragsvorteil der Frühsaat aufzurechnen.

Spätsaaten mit Zuschlag

Spätsaaten sind oft die Folge einer späten Räumung der Vorfrüchte Körnermais oder Zuckerrübe. Die Herausforderung besteht darin, ein ordentliches Saatbett herzurichten, ohne den Boden zu vergewaltigen. Gelingt das nicht zufriedenstellend, ist ein Risikozuschlag in der Saatstärke von 50 bis 100 keimfähigen Körner pro Quadratmeter angebracht. Verhindern lässt sich der Ertragsabfall mit einer Saatstärkenerhöhung jedoch nicht. Auch über die Wahl einer spätsaattoleranteren Sorte ist nach-zudenken. Ob jedoch die Firmenwerbung in jedem Fall hält, was sie verspricht, ist fraglich. ks
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Oktober 2014 erschienen.
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