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Pflanzenschutz: Agrarminister besorgt über Abdrift

© agrarfoto
von , am
08.10.2015

Bioland begrüßt den Beschluss der Agrarministerkonferenz zur Fernverfrachtung von Pflanzenschutzmitteln.

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Darin nehmen die Minister mit "Besorgnis zur Kenntnis, dass bestimmte Pestizidwirkstoffe wie beispielsweise Pendimethalin oder Prosulfocarb aufgrund ihrer hohen Flüchtigkeit durch Thermik und Wind über weite Strecken verfrachtet werden und in Kulturen, die nicht mit den Wirkstoffen behandelt wurden, zu erhöhten Rückständen führen können." Nach Auffassung der Minister müssen diese Erkenntnisse im Zulassungsverfahren von Pestizidwirkstoffen Berücksichtigung finden.
 
Sie bitten das BMEL, sich auf europäischer Ebene dafür einzusetzen. Die Zeit drängt, da das Verfahren zur Neubewertung von Pendimethalin bereits läuft. Die Minister begrüßten die Ankündigung des BMEL, ein umfassendes Monitoring von Pflanzenschutzwirkstoffen in der Luft erarbeiten zu lassen. 

Pflanzenschutzdienste empfehlen Verzicht

Bioland kritisiert seit geraumer Zeit, dass Wirkstoffe, die leicht verdampfen und weit verfrachtet werden, überhaupt zugelassen sind. So können Pflanzenschutzmittel-Belastungen aus Ferntransporten zu Belastungen führen, die eine Vermarktung als Babynahrung oder als Arzneipflanzen verhindern. Hintergrund sind niedrige Grenzwerte in diesen beiden Bereichen.
 
Während die Zulassungsbehörden weiter untätig sind, warnt der Pflanzenschutzdienst des Landes Brandenburg Landwirte vor dem Einsatz von Pendimethalin: "Zur Vermeidung weiterer ungewollter Kontaminationen empfehlen wir Ihnen nach Möglichkeit auf den Einsatz von Herbiziden mit dem Wirkstoff Pendimethalin zu verzichten", schreibt das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) in seinem „Hinweis Feldbau 40/2015“. Auch in anderen Bundesländern wurden Warnhinweise verschickt. 
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