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Real mehr Tierwohl

von , am
09.06.2015

"Wir wollen in erster Linie mehr Tierwohl im Stall. Der intakte Ringelschwanz ist dafür nur ein Indikator", betonte der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer bei der Unterzeichnung des Eckpunktepapiers zur Tierwohlförderung.

Uwe Bartels, Christan Meyer und Heinrich Dierkes (von links nach rechts) unterzeichnen die „Gemeinsamen Eckpunkte für mehr Tierwohl“. © Hungerkamp
Christian Meyer unterzeichnete zusammen mit Heinrich Dierkes, Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e. V. (ISN) und Uwe Bartels, Agrar-und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF), in Hannover die "Gemeinsamen Eckpunkte zur Tierwohlförderung“. Das Papier behandelt die "Ringelschwanzprämie" und die Thematik des Schwanzbeißens im Rahmen des Tierschutzplans Niedersachsen, und enthält einen Maßnahmenplan für den Tierschutz und einen nachhaltigen Ressourceneinsatz.
 
Wichtig sei, dass keine Maßnahmen zum Nachteil der Tiere ergriffen werden sollen. Ein festes Datum zum endgültigen Verzicht auf das Kupieren der Schwänze gibt es daher nicht, vielmehr soll der Prozess laufend aktualisiert und angepasst werden. Meyer betonte zudem, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Schweinehaltung gesichert und der Strukturwandel nicht beschleunigt werden soll. Laut Dierkes gäbe es derzeit keine Patentlösung gegen das Schwanzbeißen. Diese zu finden gelänge nur, wenn alle Aktivitäten der Tierhalter, der Wirtschaft und der Politik in die gleiche Richtung laufen. Deshalb sei beispielsweise ein Expertennetzwerk Tierschutz und Tiergesundheit – unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Thomas Blaha – einberufen worden, das die teilnehmenden Schweinehalter eng betreuen soll.

Das Eckpunktepapier sieht vor, dass Schweinehalter in Niedersachsen sich für die Ringelschwanzprämie bewerben können. 16,50 Euro werde pro Schwein gezahlt, wenn 70 Prozent der Tiere am Ende der Mast einen unversehrten Schwanz hätten. Die Beteiligten betonten, dass die Zahl im Förderantrag nicht mehr geändert werden konnte, auch wenn eigentlich Ziel sei, das mindestens 90, besser 95 Prozent der Tiere unversehrt sind.
 
Den Landwirten werde empfohlen, mit kleinen Einheiten von 200 Mastplätzen anzufangen. Um in der ersten Runde möglichst vielen Betrieben die Teilnahme zu ermöglichen, gibt es zudem eine Obergrenze von 1.000 Mastplätzen pro Betrieb. Außerdem seien begleitende Fortbildungen und Seminare für die teilnehmenden Betriebe Pflicht.
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