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dlz-Aktuell

Regierungschefs bremsen Biokraftstoffe

von , am
24.10.2014

© landpixel
Ohne die für alle Mitgliedstaaten verbindlichen Ziele der Treibhausgasminderung im Verkehrssektor fortzuschreiben, befürchtet die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) den Ausstieg aus der bisher verfolgten Dekarbonisierungsstrategie im Verkehrssektor, das heißt den Ersatz fossiler Kraftstoffe durch Biokraftstoffe.[[mehr]]
 
Die UFOP sieht angesichts der Beschlüsse des EU-Rates die Fortsetzung der Biokraftstoffstrategie gefährdet. Die Beschlusslage stelle die Perspektive der europäischen Biokraftstoffindustrie nach 2020 in Frage, befürchtet der Verband.
 
Die Staats- und Regierungschefs der EU haben die EU-Kommission mit ihrem heutigen Beschluss aufgefordert, Instrumente und Maßnahmen für ein technologieneutrales Konzept zur Förderung der Emissionsminderung und der Energieeffizienz im Verkehrsbereich nach 2020 weiter zu entwickeln. Die UFOP stellt besorgt fest, dass die bestehenden Erfolge der Biokraftstoffe damit nicht anerkannt werden. Der Verband befürchtet eine Verschiebung der Prioritäten im Bereich der Forschung und Entwicklung, ohne dass im Zeitraum 2020 bis 2030 ein für den Klimaschutz spürbarer Entlastungsbeitrag geleistet wird.
 
 

Nachhaltigkeitszertifikate bald bedeutungslos?

Die UFOP erinnert daran, dass Biokraftstoffe bereits mit der Umsetzung der Erneuerbare Energien-Richtlinie bestimmte Treibhausgasminderungs- und Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen müssen. Für die betroffenen Wirtschaftskreise in der Europäischen Union, aber auch in Drittstaaten haben diese Auswirkungen im Rohstoffanbau sowie bei Transport und Verarbeitung. Zu diesem Zweck hatte die EU-Kommission inzwischen 17 Zertifizierungssysteme zugelassen. Unter der aktuellen Beschlusslage des Rates, so die Befürchtung der UFOP, steht die Nachhaltigkeitszertifizierung vor dem Aus.
 
Erforderlich wäre vielmehr eine strategische Ausrichtung auf Basis der am Markt eingeführten Biokraftstoffe mit einer schrittweisen und technologieoffenen Erweiterung des Anteils erneuerbarer Energien aus vielfältigen Biomassequellen, aber auch aus nicht Biomasse basierter Quellen. Dieser konkrete Beschluss fehle leider, kritisiert die UFOP. Die Politik habe zu hohe Erwartungen an den technischen Fortschritt. Diese sollten sich an den Erfahrungen der Vergangenheit messen und nicht an den Versprechungen der Zukunft. Tatsache ist, dass neue Technologien in der Regel mit höheren Kosten sind und dadurch Akzeptanzschwierigkeiten einer breiten Verbraucherbasis zu erwarten sind. 
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