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Russen sind für Milchkrise verantwortlich

© Nordmilch
von , am
03.07.2015

Die Verlängerung und Verschärfung des russischen Importembargos übt nach Einschätzung der europäischen Milchmarktbeobachtungsstelle unverändert einen massiven Preisdruck auf den Milchmarkt aus.

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Das Expertengremium der Marktbeobachtungsstelle kommt aktuell zu der Schlussfolgerung, dass es sich bei der angespannten Lage im Milchmarkt nicht um Marktversagen, sondern um eine politische Krise handele, die nicht von den europäischen Landwirten allein geschultert werden kann. Daher bestehe Handlungsbedarf vor allem zur Überwindung von Liquiditätsengpässen bei den Milcherzeugerbetrieben.
 
Der Deutsche Bauernverband (DBV) weist dabei auf die finanziellen Spielräume hin, die im EU-Haushalt durch die Rekordeinnahmen für die Superabgabe in einer Gesamthöhe von 900 Mio. Euro entstanden sind und fordert, diese Mittel im Sinne der Milchbauern zu verwenden. Maßnahmen, die eine schnelle Unterstützung bieten, seien dabei zu präferieren. Die EU-Kommission habe bereits bei der Unterstützung baltischer und finnischer Milchbauern gezeigt, dass sie dazu in der Lage ist.
 
 

Brüssel nimmt Zuwachs zurück

Die deutschen und europäischen Milchbauern reagieren aktuell auf die niedrigen Preise entgegen den bisherigen Erwartungen der EU-Kommission und ihrer Marktbeobachtungsstelle nicht mit einer massiven Ausweitung der Erzeugung. In Deutschland wurden im Zeitraum seit dem Auslaufen der Milchquote zum 1. April 2015 0,3 Prozent weniger Milch erzeugt als noch vor einem Jahr. Auf Grund ähnlicher Entwicklungen in anderen wichtigen milchproduzierenden Mitgliedstaaten geht die EU-Kommission von einem Produktionswachstum von nur noch 0,9 Prozent für das Gesamtjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr aus. Angesichts des gedrosselten Wachstums wird offensichtlich, dass der derzeitige Preisdruck im Wesentlichen im Wegfall des wichtigen Exportmarktes Russland begründet liegt. 


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