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Russisches Embargo kostet Bauern rund 1 Mrd. Euro

von , am
06.08.2015

Die Agrarexporte von Deutschland nach Russland haben sich halbiert. Das geht aus einer Analyse des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zum Jahrestag des russischen Importstopps hervor.

© DBV
Seit Verhängung des Russischen Embargos für Nahrungsmittel vor einem Jahr gingen die Agrarexporte von etwa 1,8 auf 0,9 Mrd. Euro zurück. Fleischwaren und Milchprodukten wurden faktisch nicht mehr exportiert, ebenso Obst und Gemüse.
 
Besonders gravierend ist laut DBV, dass die Mengen, die nicht nach Russland exportiert wurden, auf dem EU-Binnenmarkt drängen und für zusätzlichen Preisdruck sorgen.
 
Insgesamt rechnet der DBV mit wirtschaftlichen Einbußen von mindestens 600 bis 800 Mio Euro in der deutschen Landwirtschaft. Je nach Wirkung der indirekten Effekte können die Einbußen auch über 1 Mrd. Euro liegen.
 
Das Embargo verursacht nach DBV-Schätzungen einem deutschen Schweinemäster, der im Jahr 4.000 Schweine verkauft, einen jährlichen Verlust von 32.000 Euro.
Ein Milchbauer mit 75 Kühen und einer Jahresproduktion von 600.000 Kg Milch hat etwa 18.000 Euro Erlös verloren. Den Effekt des russischen Embargos schätzt der DBV hier auf zwei bis vier Cent/kg Milch, je nach Molkerei. Insgesamt sind die Milchpreise für die Erzeuger in den letzten zwölf Monaten um etwa zehn Cent/kg gesunken.
 
Der Deutsche Bauernverband erwartet politische Initiativen zur Aufhebung der Sanktionen. Die Bundesregierung und die EU sollten sich um eine politische Annäherung bemühen. Die Analyse zum Jahrestag des Russlandembargos steht auf der Homepage des Bauernverbandes zum Download zur Verfügung.
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