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Schärfere Düngevorschriften steigern die Bodennachfrage

von , am
20.11.2014

Die aktuell diskutierte Verschärfung der Düngevorschriften könnte eine größere Bodennachfrage insbesondere in den Veredlungsregionen auslösen. Darauf hat der Agrarökonom Prof. Dr. Michael Schmitz von der Universität Gießen hingewiesen.

© Norbert Lehmann
Auf der Jahrestagung des Deutschen Maiskomitees (DMK) in Mannheim warnte Schmitz gestern dennoch vor Eingriffen in den Bodenmarkt, die die Preisbildung verzerren. Der Wissenschaftler kritisierte die Idee von "fairen Preisen". Preise sollten Knappheiten anzeigen und sonst nichts, so Schmitz. Faire Preise zielten in Wirklichkeit auf eine Umverteilung ab und zerstörten die Funktionsfähigkeit der Märkte.
 
Der Agrarwissenschaftler betonte die Bedeutung eines funktionierenden Pacht- und Bodenmarktes für die betriebliche Entwicklung und den Betriebserfolg. Nach seinen Angaben ist der durchschnittliche Pachtpreis für landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland zwischen 2007 und 2013 um ein Drittel auf 243 Euro je Hektar gestiegen. Haupteinflussfaktor auf die Höhe der Pachten sei in vielen Regionen die Viehdichte. Die Höhe des Preiseffektes durch die Biogasproduktion sei mit 142 Euro je Hektar im Westen und 63 Euro je Hektar im Osten in ihrem Ausmaß mit dem Einfluss der Viehdichte vergleichbar.
 
Ökonometrische Berechnungen zeigen, dass außerdem die Bodengüte und die Anbaumöglichkeit von Kulturen mit hohen Deckungsbeiträgen wie Kartoffeln oder Zuckerrüben den Pachtpreis signifikant beeinflussen. Auch die Direktzahlungen werden zu einem gewissen Teil und regional unterschiedlich auf die Pachtpreise überwälzt. Vor allem aber durch die gegenseitige Verstärkung der einzelnen Faktoren Viehdichte, Biogasproduktion und Sonderkulturen kommt es laut Schmitz zu regionalen Preisspitzen.
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