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Schlachten trächtiger Rinder muss enden

von , am
24.09.2015

In Niedersachsen wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, um das Schlachten tragender Rinder zu beenden.

Insgesamt 23 Vertreter unterzeichnet. Darunter Schlachtunternehmen, landwirtschaftlichen Organisationen, Transporteure, Viehvermarkter, kommunalen Verbände sowie Organisationen der Tierärzte und des Tierschutzes. Weitere Akteure haben ihr Interesse bekundet, die "Niedersächsische Vereinbarung zur Vermeidung der Schlachtung tragender Rinder" zu unterschreiben.
 
Laut Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer sterben in Deutschland ungeborene Kälber tausendfach einen qualvollen Erstickungstod, weil das Schlachten tragender Rinder tierschutzrechtlich nicht verboten ist. Diesen Zustand bezeichnet er als unerträglich. Niedersachsen hat deshalb bereits 2014 auf der Agrarministerkonferenz an den Bund appelliert, endlich gesetzlich zu handeln. Da bislang jedoch nichts geschehen ist, hat Niedersachsen eine Initiative gestartet, die am 23. September 2015 in eine bundesweit in diesem Umfang einmalige Vereinbarung mündet, "damit das Schlachten trächtiger Rinder endlich aufhört", so Meyer.
 
 

Schmidt muss Worten Taten folgen lassen

"Das Schlachten tragender Rinder muss verboten werden." So Meyer. Es reiche nicht, den Transport tragender Rinder wie bisher nur innerhalb der letzten zehn Prozent des Trächtigkeitsstadiums als unzulässig zu deklarieren.Bislang habe jedoch Bundesagrarminister Christian Schmidt seinen hehren Worten keine Taten folgen lassen.
 
In der Vereinbarung heißt es nun, dass das Schlachten von Rindern, die sich im letzten Drittel der Trächtigkeit befinden, beendet werden soll. In der Vereinbarung erklären die Unterzeichner überdies auch ihre ethische Verantwortung und ihren Willen, Rinderföten vor Leiden und Schmerzen zu bewahren, indem die Schlachtung tragender Rinder vermieden wird. Dazu gehört die Verpflichtung des Erzeugerbetriebes sicherzustellen, dass Rinder im fortgeschrittenen Trächtigkeitsstadium nicht mehr geschlachtet werden.
 
Bevor ein Rind zur Schlachtung gebracht wird, hat sich der Landwirt zu vergewissern, dass keine fortgeschrittene Trächtigkeit vorliegt. Ansonsten muss er die Kalbung abwarten. Die Transportunternehmen und Schlachthöfe verpflichten sich, sich von ihren Geschäftspartnern schriftlich bestätigen zu lassen, dass das zur Schlachtung abgegebene Rind nicht im letzten Drittel der Trächtigkeit ist.
Auch eine Information der zuständigen Veterinärbehörde bei festgestellter Trächtigkeit im Schlachtbetrieb ist vorgesehen. Die Vereinbarung gilt, bis eine konkrete rechtliche Regelung für den Schutz von Rinderföten und die Schlachtung von Rindern im fortgeschrittenen Trächtigkeitsstadium erfolgt ist.
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