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Schleuderpreise zerstören Bayerns Bauern

von , am
18.08.2015

Es reicht! Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch haben heute Bäuerinnen und Bauern in ganz Bayern gegen die Schleuderpreise des Lebensmitteleinzelhandels protestiert.

© BBV
Das halbe Pfund Butter für 79 Cent, Schweineschnitzel für 6 Euro pro Kilo, Markenjoghurt zum Super-Sonderpreis – der Lebensmitteleinzelhandel liefert sich im Moment einen ruinösen Preiskampf auf dem Rücken der Bauern. Jetzt hat die Rabattschlacht eine neue Dimension erreicht: Gerade Aldi heizt den Wettbewerb immer weiter an, inzwischen werden von den Discountern auch Markenartikel verramscht.
 
Die Leidtragenden sind die Bauern, dazu kommen Trockenheit und Ernteausfälle – die Situation ist für viele Betriebe bedrohlich. Wenn jetzt nichts gegen diesen Verdrängungswettbewerb unternommen wird, werden Bayerns Bauern ans Messer geliefert. Und nicht nur das: Über kurz oder lang geht die Misere alle Verbraucher an. Denn der Preiskampf zwischen den Handelskonzernen wird dazu führen, dass am Ende nur noch ein großer Handelskonzern übrig bleibt, der dann nicht mehr nur bestimmt zu welchem Preis wir einkaufen, sondern auch was wir einkaufen. 
 

Faire Partnerschaft gefordert

Das wollen die bayerischen Bauern nicht zulassen. Am Dienstagvormittag haben sie bayernweit vor rund 40 Filialen von Discountern und Supermärkten deutlich gemacht, dass diese "Schleuderpreise zerstören!". "Wer Qualität und Nachhaltigkeit will, darf nicht so mit hochwertigen Lebensmitteln und uns Bauern umgehen", so der Tenor der Protestaktion.
 
BBV-Präsident Walter Heidl war ebenfalls bei den Protesten dabei. "Ein irrsinniger Verdrängungswettbewerb tobt auf dem Rücken der Bauern. Die Schleuderpreise an den Ladentheken zerstören die Grundlagen für eine nachhaltige und regionale Landwirtschaft", sagt Heidl. "Während sich der Handel Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreibt, wird die Vielfalt der Landwirtschaft mit dieser Preispolitik ans Messer geliefert. Ich fordere den Lebensmitteleinzelhandel auf, diesen bauernfeindlichen Kurs zu stoppen und faire Preise zu bezahlen. Wir brauchen endlich eine echte Partnerschaft und zukunftsorientierte Gespräche!"
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