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Schluss mit den miesen Preisen!

von , am
26.01.2015

Nach den stark gefallenen Schweinepreisen kommen nun die Milchpreise stark unter Druck. Für viele Bauern wird es eng, wenn die Politik nicht schnell reagiert. Wir zeigen, wo die Politik handeln muss und wie Landwirte auf die Krise reagieren.

Sören Diersing-Espenhorst, Bullenmäster, Nortrup bei Osnabrück. © Foto: Struck
Die Lage für Milchvieh- und Schweinehalter ist verheerend. Viele Molkereien fürchten, dass sie die 30-Cent-Marke in den kommenden Monaten nicht werden halten können. Innerhalb eines Jahres sind die Milchpreise dann weit über 10 Cent/kg gefallen. Die Schweinebauern verloren innerhalb von 15 Monaten sogar 64 Cent/kg Schweinefleisch. Ein Minus von über 33 Prozent! Auch Rindermäster sehen sich niedrigeren Preisen gegenüber. So waren die Bullenpreise (R3) in 2014 im Mittel rund 17 Cent/kg unter dem Niveau des Vorjahres.
In unserem Titelthema zeigen wir auf, was Landwirte und Experten fordern, um der Marktkrise wirksame Maßnahmen entgegenzusetzen. Ebenso berichten wir, wie die USA ihren Milchbauern helfen, wenn deren Margen zu schlecht werden.

Der Staat soll sich raushalten

Im niedersächsischen Nortrup bei Osnabrück hält Sören Diersing-Espenhorst 105 Bullen inklusive Kälber. Weitere Betriebsstandbeine sind der Kartoffelproduktion und die Milchviehhaltung, aus der auch ein Großteil Masttiere stammen.
Die Preise sind in diesem Jahr stark gefallen. Der niedersächsische Landwirt bekommt rund 70 bis 80 Cent pro Kilogramm weniger. „Das Problem bei der Bullenmast ist, dass wir schwieriger bis gar nicht auf die Marktpreisschwankungen reagieren können“, berichtet der 37-Jährige. „Das kurzfristige Schieben der Bullen bringt nur geringfügig etwas.“
Seine Strategie ist, durchzuhalten und hauptsächlich die eigenen Kälber aufzustallen. Nur wenn Platz ist, wird auf dem Betrieb in dem Bestand zugekauft. Der Ausblick in die Zukunft ist für den Niedersachsen in Bezug auf die Bullenmast nicht ganz so positiv. Er hat arge Befürchtungen, dass sich die Preise nicht so schnell erholen werden.
Ein Eingreifen der Politik lehnt Sören Diersing-Espenhorst allerdings ab: „Der Staat soll sich aus dem Markt raushalten. Auch in anderen Agrarbereichen, zum Beispiel in der Kartoffel- und Schweineerzeugung, regelt sich der Markt von alleine, ohne dass der Staat seine Finger im Spiel hat.“ ah, jo

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Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Februar 2015 erschienen.
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