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Schmidt: Schutz für Spezialitäten ernst nehmen

© Thomas Lother
von , am
06.01.2015

Da ein Zitat von Bundesagrarminister Christian Schmidt im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", wonach bei den TTIP-Verhandlungen mit den USA regionale Spezialtiäten nicht schützenswert seien, Missmut in der Lebensmittelbranche hervorrief, stellt das Ministerium nun die Aussagen klar.

© Thomas Lother
"Der Spiegel" zitiert Minister Schmidt wie folgt: "Wenn wir die Chancen eines freien Handels mit dem riesigen amerikanischen Markt nutzen wollen, können wir nicht mehr jede Wurst und jeden Käse als Spezialität schützen."
 
Nun nimmt ein BMEL-Sprecher von Schmidt Stellung: "Es geht dem Minister nicht darum, bestehende Kennzeichnungsregelungen abzuschaffen oder zu „opfern“. Das Gegenteil ist der Fall". Als bekennender Regionalist setze sich Bundesminister Schmidt dafür ein, dass die bestehenden Label und Kennzeichen verlässlich und verständlich seien. Bundesminister Schmidt stehe ganz klar zum Prinzip der geschützten Herkunftskennzeichnung. "Es geht dem Minister darum, dass im Rahmen der TTIP-Verhandlungen die europäischen Vorschriften zum Schutz traditioneller und regionaler Spezialitäten auch in Europa wieder ernster genommen werden. Wo es geht, sollten sie aber auch entbürokratisiert werden. Der Schutz regionaler Spezialitäten muss in Europa konsequent durchgesetzt werden".
 

Mehr Schutz für Spezialiäten

Schmidt setze sich dafür ein, dass es weder Parmaschinken made in USA gebe, noch Feta-Käse aus Dänemark. Also keine Abschaffung, sondern mehr Schutz der Herkunftskennzeichnung. "So muss der fränkische Bocksbeutel auch Frankenwein enthalten. Und wir müssen umgekehrt auch akzeptieren, dass Wein aus dem Napa Valley auch nur dort produziert werden kann und nicht in Europa", so Schmidt. Der starke Verbraucherschutz in Deutschland und in Europa ist ebenso wie die Wahlfreiheit für die Verbraucher eine große und über Jahrzehnte hart erkämpfte Errungenschaft, die nicht aufs Spiel gesetzt werden darf.
 
 
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