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dlz-Aktuell

Schweinebauern sollen nichts von der Superabgabe erhalten

von , am
18.09.2015

Geht es nach dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter müssen die 500 Mio. Euro EU-Hilfen zur Milchmarktbereinigung reinvestiert werden. Hilfen für Schweinehalter und Ernteausfälle sollen aus der Krisenreserve finanziert werden.

BDM-Vorsitzender Romuald Schaber © Werkbild
Am Montag werden sich die Agrarminister der Länder in Berlin treffen, um über die Verteilung der EU-Hilfsgelder zu beraten. Aus dem EU-Hilfspaket von 500 Mio. Euro soll Deutschland rund 69 Mio. Euro erhalten. National kann das Geld flexibel unter den von der Krise betroffenen Milchviehhaltern, Schweinezüchtern oder von Dürre betroffenen Landwirten verteilt werden. Finanziert wird das Hilfspaket der EU nicht etwa aus der Krisenreserve, sondern aus den Mitteln der von den Milchviehhaltern letztmalig gezahlten Superabgabe.
 
"Es steht außer Frage, dass die Schweinezüchter und die von Dürre betroffenen Landwirte dringend Hilfen brauchen. Allerdings ist für uns nicht einzusehen, warum dies mit den Mitteln der Superabgabe geschehen soll, die die Milchviehhalter aus eigener Tasche bezahlt haben. Hierfür würden sich stattdessen die Krisenreserven der EU geradezu anbieten", kritisiert BDM-Vorsitzender Romuald Schaber.
 

Nur 0,2 Cent/kg Milch an Hilfe

Die 69 Mio. Euro für Deutschland sei verglichen mit den Wertschöpfungsverlusten von 4 Milliarden Euro, die die deutschen Milchviehhalter zu verzeichnen haben, ohnehin nicht mehr als ein Tropfen auf einen heißen Stein. Würde man die Summe ausschließlich den Milchviehhaltern zur Verfügung stellen, würde sie eine Hilfe von 0,2 Cent pro kg Milch bedeuten. Der BDM fordert daher, die 900 Mio. Euro Superabgabe gänzlich zur Krisenbewältigung im Milchmarkt einzusetzen.
 
 
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