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Schweinehalter brauchen dringend Hilfe

von , am
10.11.2014

Copa-Cogeca appelliert an die Landwirtschaftsminister der EU, sich in ihrer heutigen Sitzung mit Blick auf den Haushalt 2015 auf gezieltere Hilfe auch für den europäischen Schweinefleischsektor zu einigen. [[mehr]] Die europäischen Landwirte und landwirtschaftlichen Genossenschaften müssen unterstützt werden, die aufgrund des russischen Embargos für europäische Agrarexporte eine beispiellose Krise durchleben.
 
Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen warnte: "Der Vorschlag der EU-Kommission, die Unterstützung für die europäische Landwirtschaft – wie im Berichtigungsschreiben zum Haushalt 2015 vorgeschlagen – zu kürzen, muss abgelehnt werden." Dieser Vorschlag sei absolut inakzeptabel, da dem europäischen Schweinefleischsektor bislang noch keine Unterstützung zugewiesen wurde, obwohl der russische Markt seit Januar geschlossen ist und 24 Prozent des Gesamtwertes der europäischen Schweinefleischexporte normalerweise nach Russland ausgeführt werde. In den letzten Monaten sseien die Preise insbesondere in Dänemark, einem wichtigen Exportland, drastisch zurückgegangen, seit das Embargo seine volle Wirkung entfaltet.

Krisenfonds nur als letztes Mittel

Im europäischen Schweinefleisch-, Milcherzeugnis-, Obst- und Gemüse- sowie Rindfleischsektor ist dringendes Handeln geboten, um diese Märkte zu stabilisieren und Arbeitsplatzverluste in den vor- und nachgelagerten Sektoren insbesondere in den ländlichen Gebieten der EU zu verhindern. "Bei Bedarf müssen zusätzliche Mittel aus anderen Quellen als dem GAP-Haushalt zur Verfügung gestellt werden, da es sich um eine politische Krise handelt, für die die Landwirte und landwirtschaftlichen Genossenschaften nicht verantwortlich sind, aber für die sie dennoch die Zeche zahlen," verlangt Pesonen. 
 
Derzeit sind 344 Mio. € für Notfallmaßnahmen im Haushalt 2015 veranschlagt. Diese Maßnahmen sowie alle zusätzlichen Mittel, die 2015 benötigt werden könnten, sollten durch „zweckgebundene Einnahmen“ finanziert werden. Der Krisenfonds dürfe erst als letztes Mittel zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Ressourcen ausgeschöpft seien, meint Pesonen. Dies werde auch im Vermittlungsausschuss debattiert, dessen Arbeiten am 17. November beendet werden.
 
 
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