Login
dlz-Aktuell

Schwere Hagelschäden

© Vereinigte Hagel
von , am
08.07.2015

Platzregen, Hagelschlossen bis zur Größe von Tennisbällen und Orkanböen haben nach der jüngsten Hitzewelle in den ersten Julitagen der Landwirtschaft Schäden in Millionenhöhe zugefügt.

© Vereinigte Hagel
Allein die Vereinigte Hagelversicherung VVaG schätzt die Schadensumme dieser Tage mittlerweile auf rund 25 Millionen Euro.
 
Nach den schweren Unwettern vom Wochenende konnte sich zunächst im Süden und Südwesten, später auch weiter nach Nordosten im Vorfeld einer Kaltfront nochmals ein Schwall feucht-warmer Luft durchsetzen. Eine markante Gewitterlinie entwickelte sich über Eifel und Westerwald und zog über Nordhessen, Südniedersachsen, Nordthüringen, Sachsen-Anhalt und Südbrandenburg. Weitere Gewitterstaffeln überquerten vor allem den Süden und Südosten Hessens, Unter- und Oberfranken, Thüringen und Teile Sachsens. Mehrere Gewitterherde entstanden zudem am späteren Abend über den Vogesen und der Alb und verlagerten sich über die mittleren Teile von Baden-Württemberg und Bayern nordostwärts nach Tschechien.

Auch schwere Stürme

Besonders schwer traf es diesmal die Bezirksdirektionen Gießen, Münster, Nürnberg und zum Teil Berlin. Allein in einer etwa 25 km breiten und 80 km langen Schneise zwischen Nordhausen und Delitzsch wurden über 15.000 Hektar Getreide, Raps, Zuckerrüben und Mais zerstört. Weitere 7.000 Hektar wurden allein aus der Region zwischen Bad Münstereifel und Gummersbach gemeldet. In Bayern waren es Hagelzüge vom Donauried bis in die Hallertau, die Tausende Hektar landwirtschaftlicher Kulturen zerstörten. Auch Deutschlands größtes Hopfenanbaugebiet hat in diesem Jahr wieder einiges abbekommen.
 
Neben Starkregen und größerem Hagel gingen ganz besonders von teils extremen Gewitterböen hohe Unwettergefahr und Schadenspotenzial aus. So sorgte nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes die entsprechende Gewitterlinie zwischen Nordhessen und Südbrandenburg verbreitet für orkanartige Böen (Frankenberg-Geismar 108 km/h, Fritzlar 112 km/h, Eschwege-Eltmannshausen 115 km/h). Spitzenreiter bei den Gewitterböen war Erfurt. Dort wurde eine Orkanböen mit 119 km/h registriert. Richtig "zur Sache" ging es auch bei den Gewitterherden über den mittleren Teilen Baden-Württembergs und Bayerns. Harburg (122 km/h), Nürnberg (126 km/h) und Selb-Spielberg (119 km/h) meldeten jeweils Orkanböen. 
Auch interessant