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Südzucker: Milliardendeal gesucht

von , am
16.10.2014

Südzucker sucht einen Übernahmekandidaten außerhalb Europas im Milliarden-Bereich. Das sagte Südzucker-Finanzvorstand Thomas Kölbl gegenüber Finance TV.

© Werkbild
Kölbl räumte im Interview ein, dass die Rentabilität des ertragsstärksten Standbeins im Konzern, des Zuckergeschäfts, unter den niedrigen Weltmarktpreisen leide. Das gehe aber allen großen Herstellern so. Die schwierige Marktlage will der europäische Marktführer nutzen, um einen strauchelnden Konkurrenten in Brasilien oder Asien zu übernehmen. Dabei kommt den Mannheimern ihre solide Finanzstruktur zugute. Eine Übernahme im Bereich von bis zu 1 Milliarde Euro hält Kölbl für möglich. Südzucker verfügt über einen hohen Cashflow und eine Eigenkapitalquote von rund 55 Prozent. "Wir haben Handlungsspielraum", so der Finanzvorstand.

Bereinigung durch Quotenaus

Kölbl sagte, "wir prüfen die Möglichkeiten sehr vorsichtig und tiefgehend." Als konkret mögliche Ziele nannte er Russland und Brasilien, wobei der abgeschottete russische Markt einen stabileren Cashflow erwarten lasse. Die Aktie von Südzucker steht aufgrund der deutlich niedrigeren Rentabilität des Zuckergeschäfts an den Börsen erheblich unter Druck. Die kürzlich vorgelegten Halbjahreszahlen besserten die Stimmung der Analysten nicht.
 
In den nächsten drei bis vier Jahren rechnet Kölbl nicht mit einem neuen Rekordergebnis auf dem Niveau von 2012/13. Wenn aber die schwierige Phase nach Abschaffung der EU-Zuckerquote 2017 durchstanden sei und die zu erwartenden starken Einheiten entstanden seien, seien neue Rekordjahre angesichts der weltweit wachsenden Zuckernachfrage nicht ausgeschlossen.
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