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Mit Superabgabe Kühe stilllegen

von , am
30.07.2015

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert Bundesminister Christian Schmidt und die Landwirtschaftsminister der Bundesländer auf, sich umgehend auf EU-Ebene für eine kurzfristige und abgestimmte Drosselung der Milcherzeugung einzusetzen.

© landpixel
Mittlerweile sei unstrittig, dass der Preisverfall auf ein Überangebot an Milch zurückgehe, so Ottmar Ilchmann, stellvertretender AbL-Vorsitzender und Milchbauer in Ostfriesland. Auf dem EU-Binnenmarkt stagniere die mengenmäßige Nachfrage, und die internationale Nachfrage sinke sogar. "Es ist widersinnig, in so einer Situation die Milcherzeugung auszudehnen. Doch genau das passiert gerade", erläutert Ilchmann.
 
Laut EU-Kommission lag die Milcherzeugung EU-weit in den Monaten April-Mai 2015 um 2,1 Prozent über dem Rekordwert des Vorjahres (Deutschland + 2,3 Prozent). "Viele Milcherzeuger versuchen, bei fallenden Auszahlungspreisen der Molkereien durch mehr Menge die Verluste etwas zu verringern. Wir brauchen daher ein abgestimmtes Vorgehen, um die Milchmenge insgesamt zu drosseln und an die Nachfrage anzupassen", verlangt Ilchmann.

Milchproduktion koordiniert drosseln

Die AbL schlägt vor, für eine solche koordinierte und zeitlich befristete Drosselung der Milcherzeugung die nun fälligen so genannten Superabgaben einzusetzen. Nach Schätzungen müssen in diesem Jahr rund 800 Millionen Euro an solchen Abgaben an die EU abgeführt werden. "Mit diesem Geld sollte den aktiven Betrieben ein Anreiz gezahlt werden, ihre Milcherzeugung befristet um einige Prozent zu reduzieren", fordert der stellvertretende AbL-Vorsitzende. "Wir wissen, dass schon relativ kleine Mengenveränderungen große Auswirkungen auf den Preis haben. Jetzt kommt es darauf an, dass unsere Minister endlich entsprechend aktiv werden. Frankreichs Regierung hätten sie dabei schnell an ihrer Seite", ist sich der Milchbauer sicher.
 
Forderungen, mit den Superabgaben eine Ausdehnung der staatlichen Lagerhaltung (Intervention) oder eine weitere Exportoffensive der Molkereien zu bezahlen, lehnt die AbL ab. 
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