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Ernte

Bauernmähdrescher in moderner Neuauflage

von , am
26.11.2014

Der Trend hin zur Eigenmechanisierung bei der Getreideernte hält an. Mit dem John Deere W440 PTC haben wir einen Drescher getestet, der auch als Gemeinschaftsmaschine für kleine bis mittelgroße Betriebe infrage kommt.

John Deere vertreibt den Sampo-Mähdrescher nun exklusiv als W-Serie in Europa. © Foto: Fischer
Kein Wunder, dass immer mehr Familienbetriebe dazu tendieren, sich für die Getreideernte selbst zu mechanisieren. Die Wetterkapriolen, die wir in diesem Sommer erlebt haben, liefern ausreichend Gründe. Immer dann, wenn das Getreide wieder abgetrocknet war und man auf die Flächen zum Dreschen hätte fahren können, kam der nächste Schauer und die Planungen waren zunichte gemacht. Das mussten auch wir bei der Durchführung des Tests feststellen.

Neue Schneidwerkserie

Letztendlich konnten wir aber den Sampo-Mähdrescher, den John Deere in Europa exklusiv als W330 und W440 PTC vertreibt, genauer unter die Lupe nehmen. Für den W440 steht eine Reihe von Schneidwerken der Baureihe 300R zur Verfügung. Unsere Testmaschine hatten wir mit einem 5,70 m breiten Tisch ausgestattet. Das Schneidwerk lässt sich schnell und unkompliziert anbauen. Vom Fahrersitz aus hat man eine gute Sicht nach unten, sodass das Kuppeln kein Problem ist: Den Multikuppler anschließen, die Halmteiler ausklappen und schon kann mit dem Dreschen begonnen werden.

PTC erhöht Leistung

Serienmäßig ist der W440 mit einer 1,33 m breiten Dreschtrommel ausgestattet, die einen Durchmesser von 500 mm hat. Acht Schlagleisten sorgen für eine gute Kornqualität bei einem schonenden Drusch. Den Abstand des vorderen und des hinteren Korbs zur Trommel lässt sich bequem und unabhängig voneinander aus der Kabine einstellen. Als PTC-Maschine (Pre-Treshing-Cylinder) ist der W440 zusätzlich mit einer Vordreschtrommel ausgerüstet. Mit ihr soll laut Hersteller eine um 20 Prozent höhere Dreschleistung bei einer um 66 Prozent vergrößerten Abscheidefläche möglich sein.

Edelstahl für weniger Aufwand

Die Restkornabscheidung erfolgt auf den sechs Schüttlerböden aus Edelstahl. Sowohl das Material als auch die Kugellager sind dem Ursprung des Mähdreschers geschuldet. Die feuchten Bedingungen in Finnland verlangen nach einem strapazierfähigen und lang haltbaren Material, das bei den beiden Modellen W330 und W440 PTC der W-Serie nun zum Einsatz kommt. Die Böden können zudem einzeln entnommen werden, sodass die Reinigung einfach ist.

Standard mit Mehrwert


Die Kabine ist zweckmäßig ausgestattet und bietet für diese Mähdrescherklasse doch den ein oder anderen Mehrwert. Komfortabler Fahrersitz, vollwertiger Beifahrersitz, 3-fach verstellbare Lenksäule und Multifunktionshebel zählen heute zu den Standardausstattungsmerkmalen bei Mähdreschern. Bei der Einbindung des Multifunktionshebels in das Konzept sind Unterschiede bei den Herstellern festzustellen. Die Lösung beim W 440 PTC hat uns gut gefallen. Die Integration in die Armlehne ist gut gelungen und auf dem Hebel sind die wichtigsten Funktionen (Fahrtrichtung, Schneidwerk, Haspel, Entleerung, Schneidwerksautomatik AHC/DHC) untergebracht. Einen Mehrwert liefert der John Deere mit Klimaanlage, Heizung, Radio und farbigem Display; all diese Funktionen gibt es auch serienmäßig. Das farbige Touchscreen-Display sorgt für eine einfache, schnell zu erlernende und intuitive Bedienung.
kf
 
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Dezember 2014 erschienen.
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