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Pflege

Harter Winter für den Zünsler

von , am
22.09.2014

Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent bei Zünslerbefall müssen nicht sein – wenn die Bekämpfung stimmt. Sie beginnt am besten schon bei der Larve. Wir stellen Ihnen verschiedene Möglichkeiten vor, den Zünsler einzudämmen.

Walzen mit Messern oder Schneidleisten wie der Furioso von Evers Agro müssen mit hohen Geschwindigkeiten gefahren werden. © Foto: Werkbild
Den größten Erfolg bei der Maiszünslerbekämpfung versprechen derzeit mechanische Verfahren, die auf die Larve und nicht auf den Schmetterling abzielen. Dabei wird dem Maiszünsler sein Winterquartier, der Maisstängel, genommen. Denn überleben die Larven den Winter nicht, können im Frühjahr keine Schmetterlinge ausfliegen.
Ein bisher beliebtes Mittel ist das Unterpflügen der Stoppeln. Dabei kann die Larve kann den Winter allerdings im verschütteten Stängel überleben. Bilden sich im Frühjahr Risse im Boden, gelangt der Schmetterling an die Oberfläche. Das Pflügen als alleinige Bekämpfungsmaßnahme funktioniert daher nur auf sandigen Böden. Gerade da verbietet es der Erosionsschutz aber oft. Egal ob mit oder ohne Pflug gearbeitet wird, die Stoppeln müssen nach der Ernte bearbeitet werden. Zerkleinerte und aufgefaserte Maisstängel, die an den Boden angedrückt oder eingearbeitet werden, verrotten gut und schnell. Damit hat die Maiszünslerlarve kein Winterquartier, ebensowenig die Fusariumpilze – zwei Fliegen mit einer Klappe.
Die Industrie bietet verschiedene Ansätze. Angetriebene Werkzeuge wie Sichel- und Schlegelmulcher liefern in der Regel gute Arbeitsergebnisse hinsichtlich Zerkleinerung und Auffaserung. Nach dem Mulchen müssen die Pflanzenreste müssen aber anschließend in einem weiteren Arbeitsgang in den Boden eingearbeitet werden.
Passive, gezogene Werkzeuge arbeiten in der Regel sehr günstig. Standardwalzen drücken die Stoppeln aber meist nur an den Boden und lassen sie ganz. Weiterentwicklungen versuchen dieses Manko zu beheben. Mit Messern oder Vierkantrohren ausgestattete Walzen oder vor der Walze montierte Crackerboards zerkleinern die Pflanzenreste. Abhängig davon, wie viel Erde sie bewegen, bietet sich eine Kombination mit einer Kurzscheibenegge an. Ansonsten sollten Grubber oder Pflug folgen.
Wie bei jeder Arbeit auf dem Feld führen auch bei der mechanischen Maiszünslerbekämpfung viele Wege zum Ziel. Einen Königsweg gibt es nicht. Es gilt, das für den Standort und die betriebsindividuellen Anforderungen optimale Gerät zu finden, um den Maiszünsler zu stoppen, bevor er sich vermehren kann. Welches das Gerät der Wahl am Ende ist, ist allerdings zweitrangig. Viel wichtiger ist, dass alle Landwirte in der Region mitmachen. Schon ein Maiszünslerweibchen kann 10 bis 30 Eier auf einmal beziehungsweise bis zu 900 Eier im Leben ablegen. So kann ein nachlässiger Feldnachbar die eigenen Anstrengungen schnell wieder relativieren. amh
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Oktober 2014 erschienen.
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