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Pflege

Wasser marsch, Düse auf

von , am
23.09.2014

Dauertest Selten ist die John Deere M740i auf dem Testbetrieb nahe Osnabrück gestanden. Innerhalb von fünf Wochen behandelten wir mit der gezogenen Pflanzenschutzspritze 1.500 ha. Die Stärken und Schwächen haben wir für Sie zusammengefasst.

Die John Deere M740i wurde auf unserem Testbetrieb vor allem für den Pflanzenschutz auf den Kartoffelschlägen eingesetzt.
Ausgelegt ist die Anhängespritze für wachsende Betriebe. Wir haben das Gerät technisch mit allen Details ausgestattet, damit sie für die Anforderungen bei unserem Einsatz auf rund 250 ha Kartoffeln fit ist. Dazu gehören Funktionen wie eine Deichselsteuerung, das Bedienzentrum mit GreenStar 3 2630 Display sowie eine Menge an Bedienungs- und Einsatzmöglichkeiten für Sensortechnik dank der optionalen ISOBUS-Ausstattung. Unsere Testmaschine M740i unterscheidet sich nur noch marginal von der größeren M900i-Baureihe, die vor allem mit größeren Tankvolumina punkten kann.

Dem Schlepper auf der Spur

Bei der M740i wird auf eine teure Achsschenkellenkung verzichtet, was aber keinen Grund für Beanstandungen liefert: Gestängeführung und Standsicherheit haben uns auf 1.500 ha Versuchsfläche überzeugt. Obwohl sich bei Kurvenfahrt der Schwerpunkt nach außen verlagert, hatten wir nie Angst, dass die Spritze kippen könnte. Durch die beiden Sensoren an der Deichsel sowie die beiden Zylinder zur Anlenkung der Deichsel folgt das Pflanzenschutzgerät dem Schlepper im automatischen Modus vor allem bei der Kurvenfahrt im Vorgewende sehr gut. Für Rückwärtsfahrten empfehlen wir den manuellen Fahrmodus.

Ausbalanciert und exakt

BoomTrac hält bei der John Deere M740i die eingestellte Höhe und Neigung vom Gestänge zur Bestandsoberfläche. Hierzu wird eine hydraulische Regelung mit Ultraschallsensoren eingesetzt. Für den Durchfluss sorgt eine Pumpe mit einer Förderleistung von 280 l/min. Bei Standardspritzungen reicht diese vollkommen aus um die 200 l Spritzbrühe pro Hektar bei 12 km/h auszubringen. Beim Abspritzen von Kartoffelkraut (Ausbringmenge 500 l/ha bei 10 km/h) wird sie jedoch an ihre Grenzen stoßen.

In den Tank

Auffällig bei der M740i ist die runde Form des Tanks ohne Ecken und Kanten – sowohl außen als auch innen. Schwallwände und tote Ecken sucht man im Brühetank der Anhängespritze vergebens. Dadurch wird in dem Polyethylenbehälter eine gute Rührwirkung erzielt, das Befüllen wird nicht beeinträchtigt und eine Verdünnung der Spritzmittel ist problemlos möglich. Befüllt wird über das Bedienzentrum, das ergonomisch angeordnet ist. Die Einspülschleuse fasst 55 l und ist geschützt hinter dem Bedienzentrum angeordnet. Problemlos können sowohl flüssige als auch pulverförmige Mittel verarbeitet werden. Rührwerk und Einspülschleuse sind bei der M740i mit 10 bar Druck beaufschlagt, während der Spritzdruck unabhängig davon geregelt wird. Möglich macht das die Unterteilung in einen Arbeits- und einen Druckkreislauf durch das Druckregelsystem.

Steuerung und Dokumentation

Die wichtigsten und am häufigsten genutzten Funktionen zur Steuerung der Anhängespritze liegen auf dem Multifunktionshebel. Gut gefallen hat uns die Bedienung über das GreenStar 3 2630 Display. Für die Anzeige im Display werden einfach zu verstehende Symbole eingesetz; so wird wo möglich auf Text verzichtet. Das macht das System übersichtlich und für neue Fahrer verständlich.

Gesamteindruck

Für ambitionierte Landwirte bietet die M700-Serie von John Deere jede Menge Möglichkeiten. Drei Tankgrößen bilden die Basis für die optimale Anpassung der Anhängespritze an den Betrieb. Zahlreich zur Verfügung stehende Optionen lassen die Spritze zu einem High-Tech-Gerät der Oberklasse werden, was sich dann aber auch im Preis widerspiegelt. Hervorheben möchten wir an dieser Stelle nochmals das Gestänge, das uns beim Testeinsatz auf 1.500 ha sehr gut gefallen hat. kf
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin September 2014 erschienen.
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