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Thüringen bekämpft die Maus

von , am
11.09.2015

Thüringens Landwirte dürfen jetzt mit Pflanzenschutzmitteln gegen den starken Feldmausbefall vorgehen. So können sie ihre Herbstaussaaten schützen.

© Werkbild Bayer
Das Landwirtschatsministerium erlaubt es, Chlorphacin- und Zinkphosphid-Köder  anzuwenden. Auf extrem befallenen Flächen dürfen von September bis Dezember 2015 0,54 t Ratron Giftlinsen auf maximal 540ha in den an die Kulturpflanzen angrenzenden Rückzugsgebiete ausgebracht werden. Auf rund 12.850 ha dürfen maximal 128,5 t des Mittels Ratron Feldmausköder mit dem Wirkstoff Chlorphacinon in Streuanwendung benutzt werden.
 
"Für uns ist der Einsatz der notfallzugelassenen Pflanzenschutzmittel nur der letzte Schritt", erklärte Landwirtschaftsministerin Birgit Keller. Dieser könne notwendig werden, wenn die Existenz der Landwirte gefährdet sei, da ein Totalausfall der Ernte drohe. Bei dem eng mit dem Umweltministerium abgestimmten Verfahren seien strenge Kontrollen und eine Dokumentationspflicht festgeschrieben worden. Der Einsatz der Mittel dürfe nur nach Anordnung beziehungsweise Genehmigung erfolgen. Laut Ministeriumsangaben gehen die Experten derzeit von bis zu 2.000 Feldmäusen pro Hektar auf extrem stark befallenen Flächen aus; die Höhe der Ernteausfälle könne bei 60 bis 115 Feldmäusen pro Hektar noch toleriert werden.
 
 

Vorbeugende Maßnahmen anwenden

Das Agrarressort forderte die Landwirte auf, alle vorbeugenden Maßnahmen wie eine tiefe Bodenbearbeitung und das Aufstellen von Sitzkrücken für Greifvögel sowie direkte Bekämpfungsmaßnahmen zu nutzen. Im Rahmen der Risikominderungsstrategie sei festgelegt worden, dass bei jedem Antragsverfahren die Untere Naturschutzbehörde vom Landwirtschaftsamt beteiligt werde. Sollten besonders geschützte sowie streng geschützte Wirbeltierarten durch den Einsatz von Chlorphacinon gefährdet sein, werde keine Genehmigung erteilt. Gleiches gelte insbesondere beim Einsatz von Zinkphosphid- Ködern. 
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