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Eierskandal

Fipronil: Brüssel soll Task-Force einsetzen

Eier in Behältern
Eier in Behältern gelagert © Christian Mühlhausen
von , am
09.08.2017

Der EU-Abgeordnete Martin Häusling, Bündnis90/Die Grünen, verlangt wegen des Fipronil-Skandals eine EU Task-Force, um die Missstände lückenlos aufzuklären.

Portätbild Martin Häusling

Der Skandal um Fipronil-belastete Eier sei kein Ausrutscher und kein alleiniges Ergebnis kurzfristiger krimineller Machenschaften. Er betreffe nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa. "Daher fordere ich, dass die EU-Kommission eine Task-Force einrichtet, die den Skandal europaweit verfolgt, aufklärt und politische Konsequenzen zieht", verlangt der EU-Abgeordnete Martin Häusling, Bündnis90/Die Grünen.

Belastete Eier schnell und gründlich aus Regalen zu verbannen, muss laut Häusling Priorität haben. Um Verbraucher vorsorgend und nachhaltig zu schützen, brauche es allerdings nicht weniger gründliche Antworten auf die vielen offenen Fragen, wie die belasteten Eier dort überhaupt hin gekommen sind.

So sei zu klären, warum das in Europa als bienengefährlich eingestufte Insektizid tonnenweise zweckentfremdet eingesetzt werden konnte, obwohl es seit 2013 einem EU-weiten Teilverbot unterliegt.
 

Verbot von Fipronil verlangt

Sollte sich in Belgien, den Niederlanden und Rumänien ein Zusammenhang zwischen Zulassung bzw. erteilten Ausnahmegenehmigungen des Mittels im Gemüsebau und seiner illegalen Einmischung in Desinfektionsmitteln bestätigen, verlangt Häusling ein vollständiges und ausnahmsloses Verbot des Wirkstoffs in ganz Europa.

"Vor dem Hintergrund des Skandals fordere ich den Chemie- und Pestizid-Konzern BASF auf, seine laufende Klage gegen das Teilverbot des Mittels zurückzuziehen und stattdessen zur lückenlosen Aufklärung des Missbrauchs und Sicherstellung einer bestimmungsgemäße Abgabe und Verwendung beizutragen," nennt Häusling einen weiteren Aspekt aus seinem Forderungskatalog.
 

Auch Biobetriebe betroffen

Der Skandal um Fipronil stehe für das Systemversagen einer zunehmend industrialisierten Tierhaltung, meint der EU-Abgeordnete der Grünen. Offensichtlich sei es in riesigen Ställen kaum noch möglich, Legehennen mit legalen Mitteln ausreichend parasitenfrei zu halten. Die Missstände betreffen nicht nur konventionelle, sondern auch Biobetriebe.

"Daher habe ich mich als Verhandlungsführer des Europäischen Parlaments für die EU-Öko-Verordnung für eine klare Begrenzung von Stallgrößen eingesetzt, allerdings ohne politische Unterstützung aus Deutschland und der Branche selbst", führt Häusling aus.

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