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Rind

Allein sein

von , am
22.09.2014

In der Milchviehhaltung gibt es unterschiedlichste Gestaltungsmöglichkeiten von Abkalbebuchten. Dietrich Benninger und Kurt Massmann berichten im ersten Teil dieser Serie über die Bewirtschaftung und den Aufbau von Einzelkalbebuchten.

Diese Abkalbebuchten werden nur zu einem Drittel eingestreut und täglich entmistet, gereinigt und neu eingestreut. © Foto: Benninger
Bei der Planung von Abkalbebereichen ist es wichtig, der Kuh eine stressfreie, hygienische und zügige Kalbung zu ermöglichen. Studien der Universität Wisconsin-Madison zeigen einen dramatischen Anstieg von Ketosen bei frühlaktierenden Kühen, die drei bis zehn Tage in einer Gruppenabkalbebucht mit wechselnder Belegung stehen. Um den sozialen Stress zu minimieren, haben sich auf US-amerikanischen Betrieben zwei Varianten zum Abkalben etabliert: Die eine Variante ist Just-in-time-Calving und die andere Socially Stable Prefresh/Calving Group Pen.
Als Just-in-time-Calving wird das Umstallen direkt zum Kalben bezeichnet. Eine Kuh wird erst dann aus dem Anfütterungsbereich in die Einzelabkalbebox gebracht, wenn die Fruchtblase oder die Beine des Kalbs zu sehen sind. Bei Socially Stable Prefresh/Calving Group Pen werden für die zweite Trockenstehzeit vor dem Kalben die Gruppen als stabile soziale Gruppen zusammengestellt. Die einmal hergestellte Haltungsgruppe bleibt erhalten, bis die letzte Abkalbung erfolgt ist.

In Ruhe kalben

Beim Just-in-time-Calving werden die Kühe auch deshalb erst unmittelbar vor der Geburt in die Abkalbebucht gebracht, um das Übertragen von Erregern zu verhindern. Nach dem Kalben sollte das Stroh aus der Bucht vollständig entfernt werden. Nach dem Säubern mit dem Hochdruckreiniger wird dann wieder frisch eingestreut. Betriebe, die den Abkalbebereich konsequent mit Hochdruckreiniger säuberten, hatten signifikant weniger Totgeburten als solche mit anderen Reinigungsmethoden.
Die klassische Einzelbucht, ohne Fressplatz am Futtertisch, sollte eine Fläche von mindestens 16 m2 (4 x 4 m beziehungsweise 3,50 x 4,50 m) haben. Hat die Bucht eine Fläche von über 20 m2, können hier notfalls auch zwei Kalbungen stattfinden. Sie muss zum einfachen Einstallen der Kuh in einen anderen Bereich direkt neben der Anfütterungs- beziehungsweise Transitgruppe in deren Verlängerungsachse angeordnet sein. Die Einzelbucht kann mit einem Fressplatz am Futtertisch der Anfütterungsgruppe oder zwischen den Liegeboxen der Transitkühe vorgesehen sein. de
Der vollständige Beitrag ist im dlz primus rind Oktober 2014 erschienen.
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