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Rind

Allzeit bereit

von , am
24.02.2015

Frisch und jederzeit verfügbar – so sollte die Futtervorlage in jedem Milchviehstall aussehen. Dr. Katrin Mahlkow-Nerge erklärt wie Sie diese sicherstellen.

Eine ständige Erreichbarkeit des Futters für die Kühe muss gewährleistet werden. © Foto: Diersing-Espenhorst
Es leuchtet ein, dass Kühe per se viel fressen müssen, denn ohne eine ausreichende Nährstoffaufnahme sind auch keine entsprechende Leistung und Gesundheit möglich. Um aber hohe Futteraufnahmen gewährleisten zu können, müssen Kühe möglichst häufig animiert werden, den Futtertisch aufzusuchen, zum einen durch aromatisches, kaltes und wohlschmeckendes Futter, zum anderen durch eine möglichst ständige Erreichbarkeit der Futterration. Ein ausreichend häufiges Futternachschieben ist hierfür zwingend notwendig.
Ergebnisse aus Futterkamp zum Fressverhalten von Milchkühen (Datenerfassung: vier Tage zwischen dem 16. August und 16. September 2011; 2 x tägliche Futtervorlage um 6 und 17 Uhr) zeigen drei Hauptfresszeiten bei laktierenden Kühen (Futterschalenbesuche): vormittags zwischen 6 und 10 Uhr, nachmittags – aber deutlich abgeschwächt – zwischen 13 und 15 Uhr und die größte Aktivität, das heißt die meisten Futtertischbesuche zwischen 17 und 20 Uhr. Dabei waren auch die aufgenommenen Futtermengen bei der abendlichen Aktivität am größten.
Wichtig ist zudem, dass jede Kuh jederzeit (nur Melkzeiten ausgenommen) die Möglichkeit hat, ausreichend und ungehindert Futter aufnehmen zu können. Vor diesem Hintergrund ist ein häufiges Futternachschieben bedeutsam. Umso wichtiger wird dies, wenn das Tier-Fressplatz-Verhältnis mehr als 1:1 beträgt.

Auch für Rangniedere

Junge Kühe haben nicht nur ein geringeres Futteraufnahmevermögen (etwa 80 bis 85 Prozent), sondern suchen auch wesentlich häufiger den Futtertisch auf. Sie haben ein anderes Fress- und auch Bewegungsverhalten als ältere Kühe. Sie sind allgemein eher unruhiger, bedingt dadurch, dass sie viel stärker den Rangkämpfen ausgesetzt sind und viele Dinge im Stall noch neu für sie sind.
Kühe sind und bleiben Fluchttiere, die zwar einerseits recht friedlich sind, andererseits aber auch aggressiv sein können, Letzteres gilt vor allem dann, wenn Konkurrenzsituationen auftreten. Dies ist hauptsächlich im Zusammenhang mit Futter, Liegeplätzen und Bewegungsraum der Fall. Wenn solche Gegebenheiten nur begrenzt verfügbar oder sogar im Mangel sind, werden eher die ranghohen Tiere die knappen Ressourcen ungehindert aufsuchen, während die Rangniederen, und das sind meist die Jungkühe, von dort verdrängt werden beziehungsweise gar nicht erst dorthin gelangen. So zeigten Untersuchungen, dass selbst bei einer Ad- libitum-Fütterung die Rangniederen weniger fraßen und weniger zunahmen als ranghohe Tiere. ah
Der vollständige Beitrag sowie eine Marktübersicht zum Thema Futterschieber ist im dlz primus Rind März 2014 erschienen.
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