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Rind

Belgische Pralinen

von , am
22.09.2014

In kaum einem Betriebszweig findet man so große Unterschiede wie bei der Rindfleischerzeugung. Dr. Theo Göbbel hat in Ostbelgien nach Hintergründen und Details gefragt und in unserem ersten Teil der Serie einen Limousin-Züchter getroffen.

Mitentscheidend für die Wirtschaftlichkeit der Bullenmast sind auch in Belgien die Prämien. © Foto: agrarpress
Viele Betriebe mit Fleischrindern leben nicht nur von der Zucht und für die Zucht, sondern zum großen Teil auch vom Verkauf der Masttiere. Der Betrieb Luc Hoffmann in Malscheid / Burg Reuland, dessen Hof direkt an der luxemburgischen Grenze liegt, ist eher klein: 28 ha, davon 12 ha Grünland. Auch hier, in den benachteiligten Gebieten von Belgien und Luxemburg, an der deutschen Grenze ist Fläche knapp und teuer, so dass intensiv gewirtschaftet werden muss. Die Ackerflächen nutzt Luc im Wesentlichen durch intensiven Kartoffelanbau mit verschiedenen Sorten, von der Spezialität „Corne de Gatte“ bis hin zu den Pommes Frittes-Kartoffeln Bintje. Als Ackerfutter werden im jährlichen Wechsel Raygras und Mais, der trotz 530 m Höhenlage noch ganz befriedigende Erträge bringt, angebaut.
Mit der Mast von Limousin-Rindern begann Luc 1991 und ist seit 1995 als Züchter aktiv. Seit sechs Jahren (2008) ist er sogar Vorsitzender der belgischen Limousin-Züchter mit 200 Mitgliedern und 35 000 Mutterkühen, wovon aber nur etwa 10 Prozent aktive Züchter im Herdbuch sind – 110 Betriebe mit insgesamt 3 500 Mutterkühen.

Ohne staatliche Prämien geht es nicht

Mit entscheidend für die Wirtschaftlichkeit der Tierhaltung sind auch in Belgien die staatlichen Prämien. Diese sind anders als bei uns teilweise noch ans Tier gebunden (wie in Deutschland bis 2008) und betragen je Mutterkuh zurzeit 200 Euro. Allerdings werden sie nur für die alten Mutterkuhquoten ausgezahlt. Wer darüber hinaus mehr Tiere hält, bekommt dafür keine weitere Prämie. Hinzu kommen jedoch noch die Flächenprämie von 198 Euro je ha sowie eine eher kleinere Prämie für das benachteiligte Gebiet, die allerdings für den ganzen Betrieb nur 1.700 Euro ausmacht. ah
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Oktober 2014 erschienen.
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