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Rind

Bei der Brunst vergeht der Appetit

von , am
22.09.2014

Neue Brunsterkennungssysteme setzen neben der Aktivität auch auf
die Wiederkaudauer als Kennzeichen. Doch ist dieses verlässlich?

Mittels Wiegetrögen wurden die Futterbesuche, deren Länge und die dabei aufgenommene Futtermenge täglich gemessen. © Foto: Hoy
Die Brunst beeinflusst das Verhalten von Rindern deutlich. Sie zeigen mehr Interesse an Artgenossen und sind daher aktiver. Mit Pedometern oder Halstranspondern lässt sich das messen und zur Brunsterkennung verwenden. Doch auch die Wiederkaudauer wird von der Brunst beeinflusst. Sie sinkt am Tag der Besamung und auch schon am Vortag. Möglicherweise fressen die Tiere einfach weniger, weil sie zu unruhig und dauernd unterwegs sind.
Ob dies tatsächlich so ist, wollten Experten von der Lehr- und Versuchsanstalt Neumühle und der Universität Gießen wissen. Daher haben sie die Futteraufnahme mittels elektronischen Einzelwiegetrögen bei jeder Kuh im brunstnahen Zeitraum gemessen. Ein weiterer Hinweis auf die Brunst soll der Rückgang der Milchmenge sein. Auch das wurde geprüft.

Fazit

Die Untersuchungen zeigen, dass die Brunst Einfluss auf die Futteraufnahme hat. Sie verminderte sich am Tag der Hauptbrunst um durchschnittlich 4,6 kg. Außerdem fraßen die Tiere fast eine Dreiviertelstunde kürzer. Bei älteren Kühen war das Verhalten deutlich ausgeprägter als bei Erstlaktierenden. Das könnte helfen, den Brunsttermin künftig noch genauer festzulegen. Veränderungen in der Milchleistung zeigten sich als nicht effektiv für das Erkennen einer Brunst. mp
Der vollständige Beitrag ist in dlz primus rind Oktober 2014 erschienen.
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