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Rind

Wie die Milch beim Füttern hilft

von , am
24.08.2015

In der Milch stecken wichtige Hinweise für das Fütterungsmanagement.
Und das geht weit über den Milchharnstoffgehalt hinaus. Eine Übersicht.

Die Milch ist ein wichtiger Hinweisgeber für die Fütterung, aber nicht der Einzige. © landpixel
Gesund und leistungsbereit sollen Milchviehherden sein. Um dies zu erreichen, helfen keine Einzelaktionen und Präparate, sondern nur nachhaltiges Arbeiten. Und dafür braucht es ein kontinuierliches Erfassen von Daten, die bei sachgemäßer Interpretation zu entsprechenden Schlussfolgerungen und Maßnahmen führen. Welche Daten spielen hier eine wichtige Rolle? Es sind:
  • die aktuelle Milchleistung inklusive Milchinhaltsstoffe,
  • Körperkondition, Kotkonsistenz und die Ration auf dem Futtertisch,
  • die Futteraufnahme und eine regelmäßige Analyse der Gesamtration (einschließlich des Vergleichs der Ergebnisse mit der gerechneten Ration),
  • Stoffwechseluntersuchungen (Blut, Harn, Deckhaar).
Führt man nur eine dieser Untersuchungen durch oder vernachlässigt sie, kann dies dazu führen, dass man Faktoren über- oder unterschätzt und es zu gravierenden Fehlentscheidungen kommt. Das heißt auch, dass die Daten aus der Milchleistungskontrolle zwar wertvoll sind, aber im Konzert mit den anderen Informationen gesehen werden müssen. Um erfolgreich zu sein, ist eine enge Zusammenarbeit von Herdenmanager, Tierarzt und Fütterungsberater „vor Ort“ nötig. Welche Aussagen lassen sich aus der Milch im Hinblick auf die Fütterung herauslesen?

Milchmenge

Die aktuelle Milchmenge je Tier und Tag, und die sich daraus ergebende mittlere Leistung sind neben der Kenntnis der aktuellen Trockensubstanz(TS)-Aufnahme die wichtigsten Kennzahlen, um die Futtereffizienz (kg Milch/kg TS) zu beurteilen und Schwachstellen zu erkennen. Die Laktationskurve macht wichtige Aussagen zum Ernährungsniveau. Sowohl für Einzeltiere als auch für eine Gruppe ist es wichtig, den mittleren Verlauf und die Schwankungen zu kennen. Die Persistenz lässt sich folgendermaßen bewerten:
  • Die Milchmenge im zweiten Laktationsdrittel sollte mehr als 80 Prozent der Milchmenge im ersten Laktationsdrittel betragen,
  • Die Milchmenge im dritten Laktationsdrittel sollte mehr als 70 Prozent der Milchmenge im zweiten Laktationsdrittel sein.
  • Die Milchleistung in den ersten 30 Tagen nach dem Abkalben sollte 2 bis 3 (maximal 5) kg niedriger liegen, als die mittlere Tagesmenge vom 31. bis zum 100. Laktationstag.
Viel diskutiert wird über den so genannten Milchgipfel. Diesen sollte man um den 60. Laktationstag erreichen. Wird er schon vor dem 30. Tag erreicht, ist das ein Hinweis auf Fehler in der Fütterung während der Periode vor dem Abkalben. mp

Weitere Informationen zum Download

Der vollständigen Beitrag ist im dlz primus Rind September 2015 erschienen.
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