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Rind

Auf die Plätze, fertig, groß!

von , am
26.01.2015

Um den Grundstein für eine langlebige und leistungsstarke Herde zu legen, setzt die Lugtenberg GbR auf eine intensive Jungviehaufzucht. Wir haben nach dem Erfolgsrezept gefragt.

Herdenmanager Marcel van Rooijen und seine Kollegen wissen, dass nur ein gesundes Kalb, zu einer leistungsstarken Kuh führt. © Foto: Struck
„Beim Start bin ich nicht so gut weggekommen.“ Mit diesen Worten erklären viele Rennsportler ihre nicht so guten Ergebnisse. Wenn unsere Kühe sprechen könnten, würden sie wahrscheinlich dieses auch als einen Grund für ihre vergleichsweise nicht so starken Leistungen nennen. Doch im Gegensatz zu den Sportlern, könne unsere Tiere selbst nichts dafür. Hier ist es an uns gelegen, ihnen den Start ins Leben und die spätere Hochleistung so gut, wie nur irgend möglich zu gestalten.
Auf dem Betrieb Lugtenberg GbR im Mecklenburg-vorpommerischen Lutheran hat man ein Erfolgsrezept für sich und ihre Herde entdeckt.
„Den Grundstein für gesunde frohwüchsige Kälber und schlussendlich gute Kühe, legen wir schon bei unseren tragenden Kühen“, erklärt Herdenmanager Marcel van Rooijen (43), der für eine Herde von 1.000 Kühen zuständig ist. „ Diese werden mit einer Mutterschutzimpfung gegen Rota Corona und Sauren Salzen sowie einer Ration mit 3 kg Stroh versorgt.“ Denn hier gilt: Ist die Kuh nicht gesund, startet das Kalb auch nicht gut ins Leben.
Darüber hinaus schafft der Betrieb ein gutes Kalbeumfeld. Die Boxen werden regelmäßig gereinigt und mit reichlich Stroh eingestreut. Die rund 24 Mitarbeiter, die in drei Schichten für die Lugtenberg GbR arbeiten, achten dazu vor allem kurz vor und nach der Geburt verstärkt auf die Tiere. Das ist besonders durch die drei Melkzeiten und die regelmäßigen Kontrollgänge der Mitarbeiter möglich.

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Hat die Kuh gekalbt, bekommt das Kalb noch bei der Kuh immer innerhalb der ersten Stunde seine 2,5 Litern Biestmilch über eine Nuckelflasche. Der Grund dafür ist die bessere Tränkeaufnahme. „Das Kalb wird von der Mutterkuh noch abgeleckt und säuft dabei leichter – das ist die Natur, die macht es uns einfacher“, erklärt der Herdenmanager. „Das merken auch unsere Mitarbeiter. Sie haben dadurch weniger Arbeit, da das Kalb die Milch besser annimmt.“Nach der zweiten und letzten Biestmilchgabe vertränken die Mitarbeiter dreimal täglich 1,6 Liter Milchaustauscher (MAT) bis zum sechsten Tag. Gefüttert wird dieser über das Milchtaxi. Der Vorteil für sie liegt hierbei darin, dass der MAT immer die gleiche Temperatur hat und auch die vertränkten Mengen immer die gleichen sind. Das ist vor allem bei den vielen Mitarbeitern, die die Kälber versorgen, wichtig.
Hat ein Kalb doch einmal Durchfall, setzt Marcel van Rooijen die kranken Kälber für einen Tag beziehungsweise drei Mahlzeiten auf Diät. Sie erhalten in dieser Zeit nur Elektrolyte.
ah
 
Der vollständige Beitrag ist im dlz primus Rind Februar 2015 erschienen.
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