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Rind

Richtungsweisend

von , am
26.05.2015

Sowohl auf der Weide als auch im Stall kann das Treiben und Selektieren von Kühes stressig und auch gefährlich werden. Philipp Wenz erklärt wir Low Stress Stockmanship dagegen helfen kann.

Kühe auf der Weide und im Stall stressfrei treiben - Philipp Wenz erklärt das Prinzip Low Stress Stockmanship. © Foto: Struck
Low-Stress-Stockmanship (LSS) ist eine Methode von Bud Williams, USA um mit Rindern zu arbeiten. Das Ziel ist die Rinder mit so wenig Stress wie möglich zu belasten, egal ob sie auf eine neue Weide, im Stall, in einen Korral getrieben und dort behandelt werden, oder ein Tier vereinzelt werden soll. Es können damit sowohl Einzeltiere, Gruppen und große Herden, weibliche und männliche Tiere gearbeitet, kontrolliert werden.
LSS braucht keine besondere Ausrüstung, Einrichtung oder Rasse sondern beruht darauf, wie der Mensch sich gegenüber den Tieren bewegt und positioniert. Im Vordergrund stehen persönliche Fähigkeiten die Tiere zu lesen, Druck am richtigen Ort, im richtigen Moment auszuüben und ihn wieder zu nehmen. Die alltägliche Arbeit ist neben der reinen Arbeitserledigung immer auch eine Form der Kommunikation, vergleichbar der menschlichen Zusammenarbeit, in der der Ton die Musik macht. Jedes Mal, wenn wir mit den Tieren arbeiten und sei es nur, dass wir sie zum Vorwartehof bringen, lernen die Tiere. Arbeiten wir gut zusammen, wird die Arbeit bei nächsten Mal einfacher und leichter. Rinder lernen sehr schnell - im Guten wie im Schlechten. Dass eine Arbeit beim nächsten Mal nur noch halb so lange dauert oder kürzer ist, ist geradezu ein Kriterium für gutes Arbeiten. Andersherum, wenn es unverändert schlecht geht oder gar länger dauert, habe ich es vorher nicht gut gemacht.

Die goldenen Regeln

Bei der Arbeit gilt es einige Regeln und die Wahrnehmung der Tiere zu beachten. Fünf Regeln können helfen das Tierverhalten zu verstehen und ihre Eigenarten zu berücksichtigen:
  • Rinder wollen sehen, wer oder was sie treibt.
  • Rinder gehen dorthin, wohin sie schauen.
  • Gute Bewegung erzeugt Bewegung oder Rinder folgen gerne anderen Rindern
  • Rinder haben wenig Geduld
  • Rinder haben nur eins im Sinn oder können sich nur auf eins konzentrieren.
So einfach die Regeln sind, werden sie im Alltag doch allzu leicht nicht berücksichtigt. ah
Der vollständige Beitrag ist im dlz primus Rind Juni 2014 erschienen.
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