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Rind

Sanft und sorgfältig

von , am
24.08.2015

Den Kälbern auf schonende Weise Starthilfe geben und ihr Immunsystem stärken – das war die Idee, mit der Milchviehhalter und Tierarzt Bodo Heusmann seinen Drencher entwickelte und nun vermarktet.

Bodo Heusmann ist Tierarzt und Milchviehhalter und entwickelte den Softdrench für Kälber. © Foto: Struck
Einfach, schnell und sanft – so geht Erstversorgung mit dem Softdrench von Bodo Heusmann. Den Kälberdrencher aus einer Nasen-Schlundsonde für Fohlen, einem Kälbernuckel sowie einer handelsüblichen Plastikwasserflasche entwickelte der Tierarzt und Milchviehhalter anfangs nur für seinen eigenen Betrieb. Mittlerweile begeistert er damit auch seine Berufskollegen.
Den Betrieb im niedersächsischen Loxstedt bei Gifhorn mit rund 420 melkenden Kühen bewirtschaftet Bodo Heusmann zusammen mit seinem Bruder Jan. Aus seiner Arbeit dort und seiner Zeit als Tierarzt beschäftigten ihn immer wieder der Gesundheitsstatus und die Kälberverluste.
Für ihn lag der Grund dafür vor allem in der nicht immer optimalen und konstanten Kolostrumgabe. „Der Einsatz eines Kälberdrenchers ist hier eine effektive Möglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen“, so der Landwirt. „Allerdings sind die bisher handelsüblichen Drencher konstruktionsbedingt schwierig in der Handhabung und für das Kalb mitunter traumatisch. Exemplare aus Kunststoff neigen zudem zur Scharfkantigkeit.“ Deshalb entwickelte er den Softdrench.

So sieht’s aus

„Ich habe die einzelnen Bestandteile, also den Kälbernuckel und den Schlauch, nicht groß verändert“, erklärt Bodo Heusmann. Der Schlauch aus der Tiermedizin hat einen Durchmesser von 12 mm und eine Länge von 150 cm. Das Ende des Schlauchs ist geschlossen und abgerundet. Durch zwei Löcher im unteren Teil des Schlauchs gelangt die Biestmilch in den Kälbermagen.
Das andere Ende kann direkt auf die PET-Flasche gestülpt werden und verfügt über ein Lüftungsloch, um eine Vakuumbildung zu vermeiden. Die Nutzung der herkömmlichen Wasserflaschen hat, wie der Milchviehhalter erklärt, eindeutige hygienische Vorteile, da man sie ohne Kostenaufwand regelmäßig ersetzen kann. „Eine Investition ohne Folgekosten“, sagt der Erfinder.
Bei den herkömmlichen Kälberdrenchern wird meist eine nur dafür passende Flasche oder Tasche mitgeliefert, die nach einiger Zeit unhygienisch werden kann. Tauscht man diese zu selten aus, können Keime auf das neugeborene Kalb übertragen werden. ah
Der vollständige Beitrag ist im in dlz primus rind September 2015 erschienen.
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