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Rind

Siliermittel
richtig einsetzen

von , am
24.02.2015

Bald beginnt die Silierkampagne. Über das richtige Siliermittel sollte man sich jetzt schon Gedanken machen. Fütterungsberater Prof. Dr. Manfred Hoffmann, LKV Sachsen, hat Dr. Horst Auerbach gefragt, worauf es bei der Auswahl von Siliermitteln ankommt.

Siliermittel sichern die Futterqualität der Silagen. Das lohnt in fast allen Fällen. © Foto: Groß
Alle zugelassenen Siliermittel dienen entweder der Konservierung durch Milchsäure und helfen damit, Fehlgärungen durch buttersäurebildende Clostridien zu verhindern, oder sie vermindern die durch Hefen ausgelöste Nacherwärmung nach dem Öffnen der Silos und erhöhen auf diese Weise die aerobe Stabilität der Silagen.
Kombinationsprodukte wirken sowohl gegen Clostridien als auch gegen Hefen und Schimmelpilze.
Chemische Siliermittel sind besonders sinnvoll, wenn die Rahmenbedingungen für biologische Produkte nicht eingehalten werden können.

Interview zum Thema

Warum sollten Siliermittel eingesetzt werden?
Auerbach: Sicher nicht, um grobe Mängel im Siliermanagement auszugleichen! Es gibt zum Zeitpunkt der Ernte genügend Faktoren, die die Gärqualität während des Lagerns beziehungsweise die Haltbarkeit nach dem Öffnen des Silos nachhaltig beeinflussen. Die Haupteinflussfaktoren sind:
  • Gehalt an Zucker, puffernde Substanzen, vor allem Rohasche, sowie Nitrat,
  • natürlicher Besatz des Silierguts mit Milchsäurebakterien und Schadmikroorganismen, wie Clostridien, Hefen und Schimmelpilzen.
  • das Wetter.
Die Faktoren sind bei der Ernte weder bekannt noch lassen sie sich beeinflussen oder genau vorhersehen. Siliermittel sind eine Versicherung, die sich meist rentiert.
Welche Siliermitteltypen gibt es und wie wirken sie?
Auerbach: Die Vielfalt ist riesig. Es gibt mehr als 100 verschiedene Siliermittel. Manche weisen die gleiche Zusammensetzung auf, werden aber unter verschiedenen Produktnamen verkauft. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Mitteln, die die Milchsäurebildung fördern, und solchen, die Nacherwärmungen verzögern oder unterbinden.
Zusammengefasst, wann sollte welches Mittel eingesetzt werden?
Auerbach: Proteinreiche Grünfutter und Ganzpflanzensilagen erfordern Mittel, die die Milchsäurebildung fördern. Hier reichen meist homofermentative Silierhilfen. Wenn Anwelkdauer und TS-Gehalt außerhalb der Empfehlungen liegen, sind chemische Mittel die richtige Wahl.
Besonders bei wiederkehrenden Problemen mit Nacherwärmung auf dem Betrieb sollte man auf Kombinationspräparate zurückgreifen. Bei Mais und Maiskolbenprodukten sind Produkte mit alleiniger Wirkung gegen Nacherwärmung ausreichend. Chemische Wirkstoffe sind dann vorzuziehen, wenn die Trockensubstanz unter 30 oder über 40 Prozent liegt. Bei der Herstellung von Silagen hat es sich bewährt im oberen Drittel chemische Produkte und darunter entweder kein Siliermittel oder heterofermentative Milchsäurebakterien einzusetzen. mp
Der vollständige Beitrag ist in dlz primus Rind März 2015 erschienen.
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