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Rind

Auf die
Verteidigung achten

von , am
23.06.2015

Antioxidanzien leisten einen wichtigen Beitrag, um die Herde stabil zu erhalten. Was man einsetzt und worauf es ankommt, lesen Sie hier.

Gerade Frischabkalber sind auf ausreichende Abwehrkräfte angewiesen. © Foto: Pahlke
Wie lässt sich eine stabile Herde kennzeichnen? Viele werden übereinstimmen, wenn man hier ein angemessenes Leistungsniveau, einen zufriedenstellenden Gesundheitszustand, eine gute Fruchtbarkeit und ein erkennbares Wohlbefinden der Tiere nennt. Aber für eine gute Stabilität ist es auch entscheidend, einen hohen Immunstatus zu haben, der die Abwehrkräfte ausreichend mobilisiert. Auf diese Weise wird es einfacher, negative Einflüsse der Haltung, des falschen Umgangs mit den Kühen, eine ungenügende Stall- und Futterhygiene sowie Fütterungsfehler auszugleichen. In einer Herde mit einem hohen Immunstatus besteht zwischen dem oxidativen und antioxidativen Potenzial im Stoffwechsel ein Gleichgewicht, eine so genannte Homöostase.

Freie Radikale richten Schaden an

Das oxidative Potenzial wird durch äußerst reaktionsfreudige Sauerstoffverbindungen gebildet. Rund fünf Prozent des Sauerstoffs bildet diese Verbindungen und wird nicht als Wasser oder Kohlendioxid ausgeschieden. Landläufig bezeichnet man sie als "freie Radikale". Überwiegen diese Verbindungen im Stoffwechsel, können sie enorme Schäden anrichten
Negative Belastungen, wie falsche Haltung oder Fütterungsfehler werden unter dem Begriff "oxidativer Stress" zusammengefasst. Solche Faktoren fördern das Entstehen von "freien Radikalen" und das Auftreten von "Entzündungsfaktoren".

Antioxidantien als Schutzstoffe

Um oxidativen Stress zu vermeiden, gilt es, die Entstehungsfaktoren zu beseitigen oder zumindest einzuschränken. Um aber das Gleichgewicht von oxidativen und antioxidativen Potenzialen zu erreichen, sind ausreichend Antioxidanzien im Stoffwechsel nötig. Was sind Antioxidanzien? Man definiert sie als Schutzstoffe, die eine Oxidation von im Futtermittel oder im Körper vorhandenen Molekülen verhindern. Mein teilt sie in zwei Gruppen ein:
* Endogene (körpereigene) Antioxidantien und
* Exogene Antioxidanzien.
Bei den exogenen unterscheidet man zwischen nativen und synthetischen Verbindungen. Während die exogenen Antioxidanzien direkt zugefüttert werden, gilt es, die notwendigen Bausteine zur Synthese der ersten Gruppe über die Ration bereitzustellen. Das Selen spielt hier eine entscheidende Rolle. Deshalb soll der Selengehalt in der Ration mindestens 0,2 mg/kg Trockensubstanz betragen. Leider gibt es zwischen den verschiedenen Selenquellen in den Mineralfuttermitteln und beim Selen aus den Grobfuttermitteln große Unterschiede in Gehalt, Aufnahme und Verwertung. Da der Gehalt im Blutserum einen sicheren Nachweis über den Versorgungsgrad darstellt, sollte man regelmäßig den Selengehalt im Blutserum prüfen lassen.
Weitere wichtige Spurenelemente in diesem Zusammenhang sind Kupfer, Zink und Mangan. mp

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Der vollständige Beitrag ist in dlz primus Rind Juli 2015 erschienen.
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