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Tierschutzgesetz

Ferkelkastration: Schweinehalter werfen Tierärzten Blockade vor

© agrarfoto
von , am
19.06.2017

Die Bundestierärztekammer (BTK) lehnt eine eine Lokalanästhesie durch Tierhalter bei der Ferkelkastration ab. Schweinehalter reagieren mit großem Unverständnis.

Mit großem Unverständnis hat die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) auf die ablehnende Haltung der Bundestierärztekammer (BTK) zur Lokalanästhesie bei der Ferkelkastration durch Tierhalter reagiert.

Der Veterinärverband hat dem sogenannten "viertenWeg" als weitere Alternative für die ab 2019 verbotene betäubungslose Ferkelkastration eine Absage erteilt, weil eine örtliche Betäubung eine anspruchsvolle und risikobehaftete tierärztliche Tätigkeit sei, die nicht in Laienhand gehöre, so die BTK.

Minister Schmidt offen für vierten Weg

Die ISN wirft der BTK eine Blockadehaltung vor, die den Verdacht der Besitzstandswahrung nahe lege. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt solle sich dem ISN zufolge davon nicht beirren lassen, sondern seine Unterstützung für diese Alternative zur betäubungslosen Kastration aufrechterhalten.

Mehrfach habe der Minister sich aufgeschlossen gegenüber dem vierten Weg gezeigt, so auch beim parlamentarischen Abend der ISN Ende Mai in Berlin.

Lokale Betäubung in Schweden erlaubt

Aus Sicht der Interessengemeinschaft sollte es auch im Sinne der Tierärzte sein, den kleineren Ferkelerzeugern eine zusätzliche und gangbare Alternative nach dem Verbot der betäubungslosen Kastration zu eröffnen, damit diese weiter Schweinehaltung betreiben könnten.

Zudem stelle sich die Frage, warum die deutschen Erzeuger, insbesondere wenn sie vorher entsprechend geschult worden seien, die lokale Betäubung nicht durchführen könnten. Ihre schwedischen Kollegen, so die ISN, könnten und dürften das schließlich auch.

Mit Material von Agra-Europe
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